Neue Schutzkleidung für die Feuerwehr hält 370 Grad aus
Wenn’s richtig heiß wird

Hiddenhausen (WB). Die neue Einsatzkleidung der Feuerwehr Hiddenhausen ist ein Hightech-Produkt. Sie schützt die Wehrleute vor extrem hohen Temperaturen und ist gleichzeitig relativ bequem zu tragen. 80 Garnituren, bestehend aus Jacke und Überhose, wurden beschafft. Rund 75.000 Euro hat die Gemeinde dafür investiert.

Freitag, 02.10.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 05:10 Uhr
Nizafet Mazlami, Drees Beckmann und Lisa Schmale (v.l.) tragen die neue Einsatzkleidung der Feuerwehr Hiddenhausen. Sie hält nach Angaben der Wehr extrem hohen Temperaturen stand und überzeugt durch guten Tragekomfort. Foto: Feuerwehr

Moderne Gebäude sind meist gut gedämmt. Das spart Energie, ist im Brandfall aber von Nachteil. „Der Brandrauch kann meist nur schwer entweichen und der Innenraum heizt sich dadurch extrem stark auf“, erläutert Mario Daume, Leiter der Feuerwehr Hiddenhausen. Bekomme das Feuer schlagartig Sauerstoff, weil eine Tür oder ein Fenster geöffnet werde, könne es im Extremfall zu einer Rauchgasexplosion kommen. „Eine gute Schutzkleidung ist deshalb die Lebensversicherung der Feuerwehrleute“, sagt Daume. Deshalb sei es wichtig, nicht nur bei der Technik sondern auch bei der Einsatzkleidung auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Eine Arbeitsgruppe der Feuerwehr hatte im Vorfeld die Produkte verschiedener Hersteller begutachtet. Die Wahl fiel schließlich auf den sandfarbenen Schutzanzug „Fireliner“ des Schweizer Herstellers Consultiv. „Jacke und Überhose mit Kniepolstern sind bis zu 370 Grad hitzebeständig“, sagt Daume.

Ausrüstung wiegt 30 Kilo

Der Anzug sei auch gegen die meisten Chemikalien zumindest kurzfristig beständig. Seine reflektierenden und fluoreszierenden Flächen sorgten außerdem im Straßenverkehr für Sicherheit. „Schutzkleidung muss schützen, aber auch passen“, meint Daume. Aus diesem Grund seien Bewegungsfreiheit, Ergonomie und Tragekomfort bei der Auswahl der Kleidung ein großes Thema gewesen.

Moderne Feuerwehrschutzanzüge sind regelrechte Hightech-Produkte. Das Obermaterial besteht aus Nomex, darunter befinden sich Nässesperre, Isolations- und Innenfutter. Die Feuerwehrleute sind gewohnt, in großer Hitze zu arbeiten. Ein körperlich anstrengender Einsatz in mehrlagiger Schutzkleidung treibt schnell den Schweiß aus allen Poren und führt zu einem extremen Flüssigkeitsverlust. „Die neue Kleidung ist besonders atmungsaktiv“, sagt der Wehrführer, „so dass Hitzestress vermieden wird.“

Die Feuerwehrleute der Großgemeinde waren bereits vor einiger Zeit mit einem neuen, leuchtgelben Schutzhelmmodell ausgerüstet worden, das den Kopf ähnlich wie ein Motorradhelm umschließt. Atemschutzgerät, Leinenbeutel, Feuerwehraxt und Wärmebildkamera zählen bei einem Innenangriff zur weiteren Ausrüstung. „25 bis 30 Kilogramm an Gewicht kommen so zusammen“, schätzt Mario Daume.

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