Eine Sendung kostet 1,55 Euro – Anträge können bis Freitagabend abgegeben werden
Briefwahl ist teuer geworden

Hiddenhausen (WB). Täglich nehmen die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Inge Beeskau und ihre Kollegen rote Umschläge entgegen, in denen sich die Rückläufer der Wahlunterlagen zur Kommunalwahl befinden. Und immer noch – nur wenige Tage vor der Kommunalwahl – schicken die Verwaltungsmitarbeiter täglich Stimmzettel zur Briefwahl raus.

Mittwoch, 09.09.2020, 05:10 Uhr
Inge Beeskau sortiert Briefwahl-Rückläufer den Wahlbezirken entsprechend. Mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten hat sich zur Kommunalwahl bislang für die Stimmabgabe per Brief entschieden.

Mehr als ein Viertel der knapp 16.500 Wahlberechtigten der Großgemeinde hat die Briefwahl beantragt. Über 4.760mal wurden bereits Wahlunterlagen angefordert, davon haben etwa 550 Bürger den Antrag persönlich im Rathaus abgegeben.

Zum Vergleich: bei der vorigen Kommunalwahl 2014 waren es nur 2.760 Briefwähler insgesamt. Schon jetzt sei das Niveau der letzten Bundestagswahl übertroffen, erzählt Beeskau. „Damals waren es 3.950 Briefwähler.”

Eintüten und verschicken

Derzeit sind neben Beeskau zwei Vollzeit-Kräfte mit dem Eintüten und Verschicken der angeforderten Briefwahlunterlagen sowie dem Sortieren der ausgefüllten Rückläufer beschäftigt.

Entsprechend den 16 Wahlbezirken zugeordnet, reihen sich die roten Umschläge in gelben Postboxen aneinander, die sich wiederum im Wahlamt unter den Tischen türmen.

Beantragt werden kann die Briefwahl noch bis Freitagabend um 18 Uhr (Antragseingang im Wahlamt). „In Ausnahmefällen, wegen plötzlicher Krankheit oder einem Unfall, geht das sogar noch bis Samstag um 15 Uhr“, informiert Beeskau.

Das Antragsformular für die Briefwahl befindet sich auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. Wer das ausgefüllte Formblatt an die Gemeinde schickt, bekommt die Briefwahlunterlagen zugesandt. Möglich ist auch, diese mit dem ausgefüllten Antrag direkt im Wahlbüro abzuholen und vor Ort auszufüllen.

Briefwahl bis Sonntag 16 Uhr

Um bei der Auszählung berücksichtigt zu werden, müssen Stimmzettel-Rückläufer bis spätestens am Wahlsonntag um 16 Uhr eingetroffen sein. „Dann schauen wir noch mal in die Briefkästen des Rathauses und nehmen alle roten Umschläge heraus“, so Beeskau. Während für den Antrag zur Briefwahl Porto entrichtet werden muss, kann der Wahlbrief kostenlos verschickt werden.

Die gesamten Briefwahl-Rückläufer werden durch die Briefwahlvorstände gesichtet, für die Auszählung zugelassen und dann auf die Wahllokale verteilt und bearbeitet. Eine Auszählung im Rathaus findet nicht statt.

Dass die Angst vor einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus allein der Grund für die stark gestiegene Zahl der Briefwähler ist, bezweifelt Inge Beeskau und zieht weitere Gründe in Erwägung. Denkbar sei, dass viele Wähler ihre geplatzten Urlaubsreisen jetzt nachholten. Andere seien vielleicht durch Corona erst auf die Vorzüge der Briefwahl aufmerksam geworden.

Für die Gemeinde ist das Zustellen der Unterlagen nicht nur zeit- und personalaufwändig, sondern auch teuer. „Früher konnten Wahlunterlagen kostengünstig als Dialog-Post versandt werden. Das geht nicht mehr. Jeder Brief kostet uns jetzt 1,55 Euro“, erklärt die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin.

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