Johannes Falk Haus: Machbarkeitsstudie liegt vor, Detailplanung beginnt
Umbau im laufenden Betrieb

Hiddenhausen (WB). Das Johannes Falk Haus wird teilweise saniert und erhält einen zusätzlichen Anbau. Die Machbarkeitsstudie liegt vor, jetzt beginnt die Detailplanung für die Förderschule. Wenn alles planmäßig verläuft, können spätestens 2025 alle Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Donnerstag, 03.09.2020, 14:03 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 14:06 Uhr
So könnte es zukünftig nach den Baumaßnahmen aussehen, wie hier auf einer Perspektive der BKS Architekten.

„Wir haben im Kreis Herford eine Förderschul-Entwicklungsplanung gemacht und da spielt diese Schule eine wichtige Rolle“, berichtet Landrat Jürgen Müller. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ist in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Herford. „Seit 2012 haben wir einen stetigen Anstieg von Schülerzahlen, zurzeit sind mehr als 290 Schüler aus dem gesamten Kreis Herford und darüber hinaus bei uns“, berichtet Schulleiter Axel Grothe.

Doch nicht nur die Schülerzahl, sondern auch die Art der Behinderungen hat sich verändert. Grothe: „Die notwendige Unterstützung der Schülerinnen und Schüler hat sich erhöht, in den vergangenen Jahren ist bei uns die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer Mehrfach- oder Schwerstbehinderung deutlich gestiegen.“

Mehr Rollstuhlfahrer dabei

Heute sind in der Schule beispielsweise mehr Rollstuhlfahrer unterwegs als früher. Räume und Flure müssen für die stetig steigenden Anforderungen umgerüstet werden. „Die Anzahl steigt, die Qualität ändert sich. Wir wollen den Förderstandort nicht nur erhalten, sondern auch qualitativ verändern, damit die jungen Menschen besser am Leben teilhaben können und sie eine für sich optimale Förderung bekommen“, sagt Superintendent Michael Krause.

1965 ist die Förderschule eingeweiht worden. Seitdem hat der Schulbau bereits mehrere Umbauten und Erweiterungen erhalten. So auch jetzt wieder: Neben dem zusätzlichen Raumbedarf aufgrund der gestiegen Schülerzahl müssen unter anderem mehre Therapieräume modernisiert und erweitert werden.

Erst entsteht ein Neubau

Krause: „Diese Schule war immer Teil der Schullandschaft im Kreis Herford und manche Kirchengemeinden pflegen enge Kontakte zur Schule. Wir sind sehr froh, dass wir uns im Bildungsbereich engagieren können und gleichzeitig mit einem besonderem Förderschwerpunkt, der uns sehr am Herzen liegt.“

Die Architekten Dirk Stanczus und Mario Schurbohm von der BKS Architekten GmbH in Lübbecke planen und betreuen die Baumaßnahme. Der Umbau soll im laufenden Betrieb erfolgen.

Bevor alte, abgängige Gebäudeteile wie die Sporthalle und das Therapiebecken abgerissen werden, wird ein komplett neuer Gebäudeteil errichtet. „Wir wollen eine Nordspange errichten, mit der alles entzerrt wird. Dadurch entsteht später ein sogenannter Rundlauf“, berichtet Dirk Stanczus.

Kosten: 13 Millionen

Durch diesen Neubau werden Teile des bisherigen Schulhofes zu einem großen Innenhof. Stanczus: „Es wird eine schöne Platzsituation entstehen, wo man sich geborgen fühlt. Es ist eine kleine umarmende Geste, mit natürlichen Materialen wie Klinker und Holz.“

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden Baukosten von rund 13 Millionen Euro ermittelt. Jetzt beginnt die Detailplanung. Die Projektpartner hoffen, dass spätestens 2025 der Umbau abgeschlossen werden kann.

Der Unterhalt und Bau der Schule ist eine öffentliche Aufgabe. Da die Schule in Trägerschaft des Kirchenkreises ist, übernimmt der Kirchenkreis rund 1,6 Millionen Euro der geplanten Kosten. Der Rest zahlt der Kreis Herford. „Die Schule hat für uns eine besondere Bedeutung. Deshalb investieren wir hier einen so hohen Betrag mit Mitteln aus der Kirchensteuer“, berichtet Verwaltungsleiterin Sabine Lampka vom Kirchenkreis.

Superintendent Michael Krause (von links), Architekt Mario Schurbohm, Architekt Dirk Stanczus, Landrat Jürgen Müller, Verwaltungsleiterin Sabine Lampka (Kirchenkreis) und Schulleiter Axel Grothe mit dem Bild einer möglichen Ansicht vom Neubau.

Superintendent Michael Krause (von links), Architekt Mario Schurbohm, Architekt Dirk Stanczus, Landrat Jürgen Müller, Verwaltungsleiterin Sabine Lampka (Kirchenkreis) und Schulleiter Axel Grothe mit dem Bild einer möglichen Ansicht vom Neubau. Foto: Kröger

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