Bernhard Weil tritt für die Bündnisgrünen als Bürgermeisterkandidat an
„Wir brauchen ein Klimaschutzkonzept“

Hiddenhausen (WB). „Ich möchte Bürgermeister werden, um eine Perspektive für ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln.“ Bernhard Weil (Bündnis 90/Die Grünen) hat eine ganz klare Vorstellung, wenn es um das Amt geht, für das er kandidiert. Aber er möchte seine Ziele nicht allein durchsetzen. „Der Bürgermeister muss ein Teamplayer sein. Er muss die Verwaltung und seine Partei mitnehmen“, sagt der Lippinghauser.

Mittwoch, 12.08.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:20 Uhr
Wenn Marmelade auf seinem Frühstücksbrötchen ist, dann stammt die von den Früchten aus dem eigenen Garten in Lippinghausen. Bürgermeisterkandidat Bernhard Weil freut sich über seine Ernte, zum Beispiel vom Aroniabeeren-Strauch. Foto: Koteras-Pietsch

Im Team zu arbeiten, hat für den 63-Jährigen ohnehin eine große Bedeutung: „Ich habe von den Grünen den Auftrag bekommen, als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Eine große Ehre für mich nach 20 Jahren Arbeit in der Kommunalpolitik. Und dass wir als Team im Wahlkampf agieren, zeigt auch unser Team-Plakat.“

Seit 20 Jahren bei den Grünen

Geboren und aufgewachsen in Fulda kam Bernhard Weil 1987 nach Ostwestfalen, nur drei Jahre später nach Hiddenhausen – der Liebe wegen. 30 Jahre lang arbeitete er als Sozialarbeiter beim Diakonischen Werk. „Und ich habe meinen Beruf immer politisch verstanden. Wenn man sich als Sozialarbeiter für Menschen mit Problemen einsetzt, ist es nur konsequent, sich in der Politik zu engagieren“, sagt Weil, der seit Januar im Ruhestand ist.

Zu den Grünen kam er vor gut 20 Jahren. „Ich habe 2001 in Hiddenhausen in der Gruppe Verkehr am Agenda 21-Prozess teilgenommen. Damals bin ich von den Grünen angesprochen worden, 2004 war ich zum ersten Mal aktiv bei einem Wahlkampf dabei“, erinnert er sich.

Status Quo beim Klimaschutz

Die Grünen seien die Partei, die am weitesten nach vorne blicke. „Wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft“, sagt der 63-Jährige und spielt damit auf den Klimawandel an, der für ihn das wichtigste Thema sei, das zentrale Motiv, Mitglied bei den Grünen zu sein. „Wenn wir nicht etwas gegen den Klimawandel tun, hat das schlimmere Folgen als Corona“, ist Weil überzeugt.

Sollte er Bürgermeister werden, sei es für ihn die spannendste Aufgabe, den Status quo in Sachen Klimaschutz festzustellen und dann das Klimaschutzkonzept an den Start zu bringen. Wichtig für Weil ist, dass hier nicht nur Ausschüsse, Rat und Gemeinde gefordert sind. „Wir müssen die Bürger beteiligen.“

Keine passenden Radwege

In Bezug auf Klimaschutz spielt auch die Mobilität eine bedeutende Rolle. Es gebe zum Beispiel an den beiden Hauptdurchgangsstraßen – Bünder Straße und Herforder Straße/B239 – keine durchgängig passenden Radwege dazu. „Das lockt keinen Pendler aus dem Auto“, meint der Lippinghauser. Das sei umso bedauerlicher, wenn man bedenke, dass täglich etwa 7000 Pendler auf der Strecke zwischen Bünde über Hiddenhausen nach Herford unterwegs wären.

„Je attraktiver die Radwege, desto mehr fahren die Menschen Fahrrad“, meint Weil und weiß, wovon er spricht. In seiner Garage stehen drei Fahrräder. Und auch als sein Sohn noch klein war, gab es bei Familie Weil nur ein Auto. Einer musste also immer mit dem Rad fahren. „Nicht einfach, manchmal auch nicht angenehm. Aber es funktioniert.“

Gebundener Ganztag an zwei Standorten

In Sachen Mobilität befürwortet Weil zudem den Bürgerbus oder Mitfahrerbänke. Er möchte, dass in der Gemeinde in bezahlbaren Wohnraum und Nahversorgung investiert wird und ein weiteres Thema ist für ihn zudem der Offene Ganztag. „Wir sind hier so erfolgreich. 90 Prozent der Schüler nutzen die OGS. Da wünsche ich mir, dass er zumindest an zwei Grundschul-Standorten als gebundener Ganztag eingeführt wird,“ sagt der Kandidat.

In der Großgemeinde, insbesondere in Lippinghausen fühlt Weil sich so richtig wohl. „Das Schöne ist, dass es hier herrliche Wohnlagen gibt und man in fünf Minuten in freier Natur sein kann“, sagt er und weiß, wovon er spricht. Hinter seinem Garten führt nur noch ein Weg entlang und ansonsten hat er einen freien Blick auf Felder. Sehr gerne ist er draußen, fährt Rad oder Motorroller oder er erntet Früchte in seinem eigenen Garten. Zum Beispiel Aroniabeeren oder auch Schwarze Apfelbeeren genannt. Die kommen dann auch gerne mal als Marmelade aufs Brötchen.

Persönliches

Bernhard Weil wurde 1956 in Fulda geboren, wuchs dort auf, studierte nach dem Abitur Sozialwissenschaft in Göttingen. 1990 kam er nach Hiddenhausen, 1994 heiratet er Ela Reinhardt, ebenfalls bei den Bündnisgrünen aktiv. Das Paar hat einen inzwischen erwachsenen Sohn. Langeweile, so Weil, habe er seit seinem Eintritt in den Ruhestand überhaupt nicht. Die Kommunalpolitik sei neben seiner Arbeit immer sein zweites Standbein gewesen, er engagiert sich in der Hospizbewegung, fotografiert leidenschaftlich gern und er spielt Boule.

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