Familien Graskemper und Tiedemann planen Neubau auf Grundstück an der Gärtnerstraße
Bagger bricht Brandruine ab

Hiddenhausen (WB). Immer wieder greift der orange farbene Bagger in die Brandruine an der Gärtnerstraße, knabbert Stück für Stück Teile des Dachstuhls ab. Ein Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Bänisch hält einen Wasserschlauch auf die Fassade und sorgt dafür, dass sich der Staub in Grenzen hält.

Samstag, 08.08.2020, 06:00 Uhr
Nach dem verheerenden Brand im April ist vom Haus der Familien Graskemper und Tiedemann nur noch eine Ruine zurückgeblieben. Sie wird jetzt abgebrochen. Foto: Kathrin Weege

Das Haus der Familien Graskemper und Tiedemann war nach einem technischen Defekt am 18. April abgebrannt, nicht mehr bewohnbar – und nur noch schwerlich zu Betreten. Viele Erinnerungsstücke fielen den Flammen zum Opfer. „Wir blicken jetzt nach vorne. Unser Ziel ist es, dass Anfang Herbst hier die ersten Steine für unser neues Zuhause stehen“, sagt Lars Tiedemann, der wie vor dem Unglück wieder mit seiner Familie und seinen Schwiegereltern in das Zweifamilienhaus einziehen möchte.

Haus in Eigenleistung gebaut

Zuzusehen, wie das alte Heim abgebrochen wird, fällt den Familienmitgliedern nicht leicht. Tiedemanns Schwiegervater Dieter Graskemper hatte das Haus 1979 mit seiner Frau Gisela und vielen Freunden selber gebaut und später erweitert. Dennoch ist Lars Tiedemann regelmäßig auf den Abbruchstelle.

Seit Dienstag ist der Bagger vor Ort, eine Woche davor hat das Abbruchunternehmen Bänisch mit den Vorarbeiten begonnen. „Binnen zwei Wochen wird hier nichts mehr stehen“, sagt Louis Delker, Operativer Bereichsleiter des Unternehmen aus Oerlinghausen, das sich auf den Abbruch von Brandruinen spezialisiert hat und deutschlandweit tätig ist. Große weiße Säcke stehen am Eingang des Grundstücks. 40 Stück hat das Unternehmen schon mit asbesthaltigem Material gefüllt.

Abriss der Hiddenhauser Brandruine

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  • Abriss der Hiddenhauser Brandruine
Foto: Kathrin Weege
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Eine Brandruine abzureißen, ist eine besondere Herausforderung. „Es gibt jede Menge schadstoffhaltiges Material. Daher wird das Haus selektiv zurückgebaut und die Stoffe ganz genau sortiert“, erklärt Delker. In der ersten Woche haben die Mitarbeiter per Hand im Erdgeschoss alles Mögliche aus dem Haus herausgeholt. „Da der Dachstuhl komplett zerstört war und die Statik es nicht mehr zuließ, konnten wir die obere Etage nicht betreten. Das muss nun alles mit dem Bagger gemacht werden“, sagt Delker. Neben dem Fahrer des schweren Geräts sind drei weitere Mitarbeiter vor Ort, die das Material nachsortieren. Die Dachpfannen sind nicht alle identisch – manche sind asbesthaltig, andere nicht. Der Bagger reißt sie vom Dach. Die Mitarbeiter sortieren sie entsprechend.

Schadstoffe werden sortiert

Vor der Einfahrt auf das Grundstück stehen zwei große Container, in die der Baggerfahrer die unterschiedlichen Materien legt. Viel Gefühl beim Steuern der schweren Maschine ist erforderlich. Damit der Mitarbeiter schädliche Stoffe – so hat sich durch das Löschwasser beispielsweise jede Menge Schimmel gebildet – nicht einatmet, sitzt er in einer dichten Kabine mit einer Seka-Schutzbelüftungsanlage, die saubere Luft einleitet.

Alle Materialien werden gelistet und ihre Entsorgung genau dokumentiert. „Das ist Pflicht“, sagt Louis Delker.

Schon in wenigen Tagen wird nichts mehr von dem Brandhaus zu sehen sein. Dann kann auf dem Grundstück ein neues Zuhause entstehen.

Zurück in die eigenen vier Wände

Aktuell leben beide Familien in einer Doppelhaushälfte, die die Gemeinde Hiddenhausen zur Verfügung gestellt hat. „Es gibt nun erste Bilder, wie unser neues Heim einmal aussehen wird. Da ist die Vorfreude bei allen schon groß“, sagt Lars Tiedemann. Zwölf Monate nach Baubeginn könnte es schon so weit sein, dass die beiden Familie umziehen können – endlich zurück in die eigenen vier Wände.

Wollen auch zukünftig wieder alle unter einem Dach in der Gärtnerstraße in Eilshausen wohnen: Dieter Graskemper (76) und Ehefrau Gisela (74) sowie ihre Tochter Sonja Tiedemann (41) mit Mann Lars (41) und den beiden Kindern Ruben (11) und Laureen (8).

Wollen auch zukünftig wieder alle unter einem Dach in der Gärtnerstraße in Eilshausen wohnen: Dieter Graskemper (76) und Ehefrau Gisela (74) sowie ihre Tochter Sonja Tiedemann (41) mit Mann Lars (41) und den beiden Kindern Ruben (11) und Laureen (8). Foto: Moritz Winde

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