Obsthof Otte startet in die Kirschsaison – Selbstpflücker dürfen ab sofort ran
So früh wie nie!

Hiddenhausen (WB). Sie sind rot, reif und sooo... sauer – auf dem Obsthof Otte hat die Sauerkirschsaison begonnen. Ab sofort können Selbstpflücker auf dem knapp einen Hektar großen Kirschfeld an der Heidestraße anrücken und die Eimer mit Schattenmorellen und Co. füllen.

Donnerstag, 16.07.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 14:20 Uhr
Karsten Otte inspiziert seine Früchte. Ab sofort können Selbstpflücker zur Kirschernte auf dem Obsthof anrücken. Foto: Daniela Dembert

So mancher Zweig biegt sich unter der Last der vielen Früchte. „Ein richtig voller Baum bringt 20 bis 30 Kilogramm Ertrag“, erzählt Karsten Otte. Dabei recken sich die Bäume kaum mehr als 2,30 Meter in die Höhe – perfekte Pflückhöhe eben.

Gute Ernte

Dass die Ernte eine so reiche ist, sei in diesem Jahr nicht selbstverständlich, erzählt der Obstbauer. Die Eisheiligen hätten ihn nicht nur vor Kälte, sondern auch um seine Früchte zittern lassen.

Süßkirschen baut Otte nicht an. „Die Sauerkirsche ist im Vergleich einfach die vielseitigere Frucht“, meint er. Ob Kuchen und Torten, Marmeladen, Liköre oder Chutneys, die Sauerkirsche sei ein Alleskönner. Ottes Kunden greifen nicht auf fertig eingemachte und vorgesüßte Früchte zurück, sondern ernten bewusst selbst, um die Süße ihrer Obstspeisen bestimmen zu können. Für Pflücker, die größere Mengen verarbeiten möchten, bietet der Hiddenhauser Obstbauer einen Entstein-Service.

Für die industrielle Verarbeitung baut Karsten Otte keine Kirschen an. Das lohne sich einfach nicht, sagt er. Insgesamt sei der kommerzielle Kirschanbau in Deutschland weitestgehend der Konkurrenz aus Ungarn und Serbien gewichen. „Wobei in Ostdeutschland schon noch mehr Kirschen angebaut werden als in unserer Region.“

Trockenheit im Frühjahr

Die Trockenheit des Frühjahrs hat den Pflanzen zwar zu schaffen gemacht, in der „heißen Phase“ der Fruchtentwicklung hat es aber genug Niederschlag gegeben. “Was das Wasser angeht”, sagt Karsten Otte, „leben wir hier von der Hand in den Mund. Derzeit sind aber die Schichten des Erdreichs, in denen die Bäume wurzeln, gut durchfeuchtet“.

Geplatzte Kirschen

Einige Kirschen sind Opfer der jüngsten Regenfälle geworden und geplatzt. Schuld ist die Osmosewirkung. Das Regenwasser diffundiert durch die für den Fruchtzucker undurchlässige Fruchthaut in die Zellen. Der Druck im Innern steigt und kann schließlich so groß werden, dass die Kirsche platzt.

Die Kirschreife ist in diesem Jahr besonders früh. Während noch vor Jahrzehnten an Sauerkirschen vor dem ersten August nicht zu denken war, hat sich die Ernte im Laufe der Jahre immer weiter nach vorn verlagert. „Andere reden über den Klimawandel, wir spüren ihn“, sagt Karsten Otte. Alleine im Vergleich zum vergangenen Jahr liegt der Erntebeginn der Kirschen in diesem Jahr fünf Tage früher.

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