Hundebesitzerin Martina Schäffer findet immer wieder Glas im Naturschutzgebiet
„Scherben verletzen unsere Tiere“

Hiddenhausen (WB). Glück gehabt! Seine riesige Pfote hat der Neufundländer-Rüde Perro so gerade an dem scharfkantigen Glas vorbeigesetzt. Frauchen Martina Schäffer war beim Spaziergang auf dem Deich im Naturschutzgebiet in der Nähe des Schäferwegs aufmerksam.

Samstag, 11.07.2020, 12:00 Uhr

Aber sie ärgert sich: „Ich habe hier schon oft Scherben gefunden. Letztes Jahr ist Perro mit seinen 70 Kilogramm hineingetreten und hat sich den Ballen verletzt“, sagt die Hiddenhauserin, die seit 36 Jahren Hunde hat – immer ihre fellige Lieblingsrasse Neufundländer. Diese Rücksichtslosigkeit der Bürger führe dazu, dass Tiere Schmerzen hätten und zum Arzt müssten. „Bei so einem großen Hund sind die Antibiotika dann auch nicht gerade günstig“, meint die 58-Jährige.

Giftköder ausgelegt

Immer wenn sie auf ihrer Tour ist und Scherben entdeckt, sammelt sie diese auf. Dabei gebe es im Naturschutzgebiet im Bereich des Teiches und der Industriestraße Mülleimer. Gerade sind die Wiesen wieder vom Kreis gemäht worden, dann wird sichtbar, was das hohe Gras verborgen hat: „Nicht nur zerbrochene Falschen sind gefährlich, auch an zerschnittenen Dosen können sich Hunde und andere Tiere verletzen“, warnt Martina Schäffer.

Diesen scharfkantigen Boden eines Glases hat Martina Schäffer im Naturschutzgebiet am Wegesrand gefunden.

Diesen scharfkantigen Boden eines Glases hat Martina Schäffer im Naturschutzgebiet am Wegesrand gefunden.

Sie ist mit Perro nur noch mit Maulkorb im Naturschutzgebiet Bustedter Wiesen unterwegs. „Hier waren schon häufiger Giftköder ausgelegt. Ich möchte jedes Risiko für meinen achtjährigen Neufundländer vermeiden“, sagt die Hiddenhauserin, Sie hält es nicht für ausgeschlossen, dass jemand den unteren scharfkantigen Teil eines Bierglases absichtlich an den Wegesrand gestellt hat, damit sich ein Hund daran verletzt.

Gefahr für Wildtiere

„Im Naturschutzgebiet darf grundsätzlich kein Abfall weggeworfen werden. Wird der Verursacher beobachtet, wird das mit einem Bußgeld geahndet“, sagt Karl-Heinz Diekmann, Abteilungsleiter Untere Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Er weist darauf hin, dass gerade durch zerbrochenes Glas neben Hunden auch Wildtiere verletzt werden können.

Scherben als Brennglas

Diekmann: „Im Bereich des Parkplatzes an der Industriestraße ist auch öfter schon Sperrmüll abgeladen worden. Abgesehen davon, dass das verboten ist: Es gehört sich einfach nicht!“

Von Scherben ginge gerade bei Trockenheit ein weiteres Risiko aus: „Sie wirken wie ein Brennglas. Es kann bei extremer Trockenheit wie in den vergangenen zwei Sommern leicht zu Flächenbränden kommen“, warnt Diekmann.

Kommentar

Flaschen oder zerbrochenes Glas im Naturschutzgebiet wegzuwerfen, gefährdet nicht nur Hunde, die dort mit ihren Besitzern Gassi gehen, sondern auch Wildtiere. Mit denen geht dann keiner zum Tierarzt – sie leiden, humpeln oder verenden gar. Das sollte sich jeder vor Augen führen, der achtlos Unrat im Grünen entsorgt. Auch Dosen und Plastik können eine Gefahr darstellen. Wer erwischt wird, muss zahlen. Und das ist richtig so.

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