Gemeinde Hiddenhausen stellt Bebauungsplan für Industriegebiet auf
Gewerbeflächen: Große Nachfrage,wenig Angebote

Hiddenhausen (WB). Gewerbeflächen in der Gemeinde Hiddenhausen sind knapp. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Flächen aber groß. Die Gemeinde möchte Gewerbegebiete eindeutig ausweisen. Dies geschieht aktuell im Gewerbegebiet in Bustedt.

Freitag, 10.07.2020, 10:00 Uhr
Das Objekt an der Industriestraße 83 (ehemals Wellmann-Küchen) steht seit geraumer Zeit zum Verkauf. Ein Investor aus Bünde wollte aus der ehemaligen Lagerhalle einen Festsaal mit angrenzender Gastronomie machen. Foto: Koteras-Pietsch

Anlass war die Anfrage eines Bünders, der das Gebäude Industriestraße 83 (ehemals Wellmann Küchen), das seit geraumer Zeit leer steht, kaufen wollte. An dieser Adresse wollte er einen Festsaal inklusive Gastronomie für Veranstaltungen wie Geburtstage, Hochzeiten oder Betriebsfeiern für 150 bis 500 Personen einrichten. Inzwischen hat der Investor diese Anfrage zurückgezogen, ein OK hätte er seitens der Gemeinde wahrscheinlich ohnehin nicht bekommen.

Mit Bebauungsplan gegensteuern

„Wo wollen wir hin, wenn es um das Industrie-Gebiet geht? Dieser Frage musste sich die Gemeinde stellen“, sagt Alexander Graf, Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung. In der Vergangenheit habe es schon Anfragen zur Umnutzung gewerblicher Flächen in einen Festsaal mit Gastronomie, in Beherbergungsbetriebe wie Monteurszimmer, Hostel oder so genannte Boardinghäuser gegeben, meint der Amtsleiter.

Das habe aber gezeigt, dass der Gewerbegebietscharakter zu kippen drohe und dass sich das Gebiet in eine vollkommen andere Richtung entwickeln könnte. „Dementsprechend sollte die Gemeinde gegensteuern. Dafür müssen wir ein Instrument in die Hand nehmen. Das ist in diesem Fall der Bebauungsplan, der regelt, was dort zulässig ist, und was nicht“, erläuterte der Amtsleiter.

Stadtplaner gefragt

Mit genau diesem hat sich der Gemeindeentwicklungsausschuss jüngst beschäftigt. Die Politiker haben beschlossen, dass ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Im nächsten Schritt wird ein Stadtplaner diesen erstellen. Gewünscht ist, dass sich im Gewerbegebiet Hiddenhausen ausschließlich produzierendes und verarbeitendes Gewerbe sowie Dienstleister niederlassen. Bis der Bebauungsplan endgültig genehmigt ist, verhindert eine Veränderungssperre eine nicht gewünschte Entwicklung.

Für das Gewerbegebiet westlich und östlich der Boschstraße gibt es seit 1994 einen Bebauungsplan. Der restliche 48 Hektar große Bereich ist laut Graf der wesentlich größere und historisch gewachsen. In den 1970ern habe sich hier der erste Betrieb niedergelassen. Seither ist das Gebiet stetig gewachsen.

Drei Objekte im Angebot

 Aktuell gibt es drei Objekte, die zum Verkauf stehen. Neben dem Wellmann-Gebäude noch zwei größere Objekte in der Boschstraße. „Für das Gebiet gibt es immer mal wieder Anfragen, allerdings meistens eher für kleinere Grundstücke“, sagt Dezernent und Wirtschaftsförderer Andreas Homburg. „Es gibt immer mal wieder Wechsel oder Erweiterungen wie jüngst bei der Firma Budich“, ergänzt Graf.

Für größere Neuansiedlungen sei aber keine Fläche mehr vorhanden. Gleiches gelte derzeit für das Industriegebiet Oberbehme, wo es aber noch Erweiterungsmöglichkeiten gebe. Homburg: „Wir warten händeringend auf den Regionalplan, der uns vermutlich eine Erweiterung in Oberbehme ermöglicht.“

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