Stühle im Müllerweg – Gemeinde hat 2019 Kosten von 12.650 Euro für Entsorgung
Immer wieder wilder Müll

Hiddenhausen (WB). Sechs Küchenstühle aus Holz mit dezent geblümten Stoff stehen am Feldrand im Müllerweg in Schweicheln. Jugendliche haben sie direkt genutzt und drei davon zu einer Bank getragen. Sie sitzen zusammen. Was idyllisch aussieht, ist eigentlich nur eines: illegale Müllentsorgung. Und es ist nicht das erste Mal an dieser Stelle: „Die Leute fühlen sich hier wohl unbeobachtet“, meint Jennifer Oberbremer vom Umweltamt der Gemeinde Hiddenhausen. Auch im Schweichelner Wald oder an Altglas-Containern würden Umweltfrevler immer wieder ihren Unrat ablagern.

Mittwoch, 01.07.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 11:10 Uhr
Drei Stühle stehen am Feld, Jugendliche haben sich drei weitere Stühle zu einer Bank gestellt und sitzen gemeinsam im Müllerweg. Foto: Kathrin Weege

Wird der Verursacher erwischt oder ermittelt, kann es teuer werden. Bußgeld und Entsorgungskosten sind fällig. „Die Höhe des Bußgeldes hängt von der Art und der Menge des Mülls ab. Ein kleinerer Abfallsack wird mit bis zu 55 Euro Verwarngeld geahndet“, sagt Oberbremer. Das Gesetz besagt, dass illegale Entsorgung sogar mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro belegt werden kann.

Hinweise an die Gemeinde

„Die Stühle im Müllerweg sind relativ auffällig. Wer einen Hinweis auf ihre Herkunft geben kann, sollte sich an die Gemeinde wenden“, bittet Oberbremer. Grundsätzlich gelte: Werde wilder Müll entdeckt, sollte man sich an die Gemeinde wenden. (Telefon 05221/964130 oder abfallberatung@hiddenhausen.de). Die Mitarbeiter der Gemeinde möchten wissen, was und wo etwas abgeladen wurde. Auch Fotos können zugeschickt werden. „Dann können wir einfacher abschätzen, mit was für einem Fahrzeug die Bauhofmitarbeiter anrücken müssen“, so Oberbremer. Wer jemanden beobachte, solle sich das Auto-Kennzeichen aufschreiben und sich merken, wie die Personen ausgesehen haben.

Kosten 2019: 12.650 Euro

Wird der Verursacher nicht ermittelt, trägt die Allgemeinheit – der Steuerzahler – die Kosten der Entsorgung. Und da kommt jährlich einiges zusammen: Allein für den Arbeitseinsatz des Bauhofes fielen 2019 etwa 7900 Euro an. Für die Entsorgung der Abfälle waren es 4750 Euro. Nicht damit eingerechnet sind die Reinigungstouren für die Glascontainer. „Die Summe von 12.650 Euro bezieht sich nur auf die Abfälle, die – wie zum Beispiel die Stühle – irgendwo in der Gemeinde entsorgt wurden. 2018 waren die Kosten bedeutend höher. Da waren wir bei rund 19.800 Euro“, erklärt Oberbremer. Dies habe daran gelegen, dass vermehrt große Müllablagerungen gefunden worden waren, bei denen der Bauhof mit größeren Fahrzeugen ausrücken musste und die letztendlich auch zeitintensiver in der Entsorgung gewesen seien. Oberbremer: „Im Jahr 2019 gab es hauptsächlich die kleineren Ablagerungen.“

Elektroschrottsammlung ist gratis

Übrigens: Während illegale Entsorgung richtig teuer werden kann, können beispielsweise Waschmaschinen oder Spülmaschinen entweder für 10 Euro über den Sperrmüll entsorgt werden oder aber gratis über die Elektroschrottsammlung bei der Firma Berg. Für die sechs Küchenstühle wären sechs Sperrmüllmarken zu je vier Euro erforderlich gewesen. Nun kümmert sich der Bauhof.

Kommentar

Besten Dank! Wer illegal seinen Müll entsorgt und nicht erwischt wird, der tut das auf Kosten der Allgemeinheit. 19.800 Euro im Jahr 2018, 12.650 Euro im vergangenen Jahr. Das läppert sich. Doch das ist längst nicht alles: Immer wieder wird auch Unrat entsorgt, der die Natur und die Tiere direkt gefährdet – beispielsweise scharfkantiger Abfall. Dabei ist die Entsorgung gar nicht so teuer, wenn man sich (bei der Abfallberatung der Gemeinde) richtig informiert. Elektrogeräte sind sogar gratis.

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