Debatte um Standorte am Hiddenhauser Rathaus und der Milchstraße
Testphase mit zwei Mitfahrerbänken

Hiddenhausen (WB). Mitfahrerbänke in Hiddenhausen haben inzwischen gleich mehrfach die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses beschäftigt. Nachdem das Thema auch in der Mai-Sitzung zur Beratung in die Fraktionen zurück gegangen war, ist am Montagabend nun eine Entscheidung gefallen.

Donnerstag, 25.06.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 11:18 Uhr
Zum Warten auf Mitfahrgelegenheiten laden erste Bänke bei Edeka Wehrmann ein. Diese Bänke bleiben unberührt von der Entscheidung des Ausschusses. Foto: Koteras-Pietsch

Künftig wird es zunächst einmal testweise zwei Mitfahrerbänke geben, eine am Rathaus, eine auf der Grünfläche an der Ecke Milchstraße, Eilshauser Straße in Oetinghausen. Die Idee zu den Bänken in Hiddenhausen stammt von den Bündnisgrünen, der Vorschlag für die zwei Standorte kam von der SPD, der Entschluss wurde am Montag gegen die Stimmen der CDU gefasst.

An der Idee hielten sie immer noch fest, auch wenn sie mit den Vorschlägen der Verwaltung nicht glücklich wären, trug Christos Zioudas für die Bündnisgrünen vor. Die Verwaltung hatte seinerzeit zwei Standorte vorgeschlagen. „Das ist die billigste Art, mit dem Vorhaben umzugehen“, wandte Wolfgang Sieber (parteilos) ein.

Andere Kommunen als Vorbild

„Es sollte ein Start sein, um zu testen wie gut das Projekt läuft. Die Standorte waren mit der MHV abgesprochen. Die Vertreter hatten uns zu belebten Standorten geraten, die aber nicht in Konkurrenz zum ÖPNV stehen“, erklärte Alexander Graf, Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung. Die Gemeinde hatte in der Mai-Sitzung zwei Standorte im Ortsteil Hiddenhausen – am Freibad und am Kreisel Löhner Straße/Maschstraße – vorgeschlagen.

Die Bündnisgrünen hatten sich in Bubenreuth in Süddeutschland informiert. Dort laufe das Projekt sehr gut. „Das ist ein toller Gewinn für ein soziales Miteinander. Das ist im Dorf wichtig“, warb Zioudas für die Bänke. In Bubenreuth gebe es sogar Flyer, die über die Mitfahrerbänke informieren. Konkrete Vorschläge für Standorte hatte seine Partei nur mündlich unterbreitet.

Die CDU hatte sich in Gemeinden im Norden Deutschlands informiert, wo laut Gerhard Hempelmann keine guten Erfahrungen gemacht worden seien. Der CDU fehle auch nach intensiver Beratung noch ein vernünftiges Konzept. „Die Sicherheit ist nicht gewährleistet. Es gibt viele Aspekte, die nicht zu lösen sind“, begründete Hempelmann das Nein seiner Partei.

Kosten: 2000 Euro pro Bank

Wolfgang Sieber machte Vorschläge, wie Sicherheit zu erreichen sei. „Die Bürger, die Mitfahrgelegenheiten anbieten, könnten sich registrieren lassen. Jugendliche, die mitfahren, könnten per Handy zu Hause Bescheid geben, bei wem sie eingestiegen sind“, schlug Sieber vor. Aber auch das konnte die CDU nicht umstimmen.

Der entscheidende Vorschlag kam schließlich von der SPD. „Wir plädieren für eine Achse der Mitfahrmöglichkeiten zum Rathaus. Hier erst einmal von Oetinghausen nach Lippinghausen. So sollte eine Bank am Rathaus stehen und eine in Oetinghausen“, gab er die Idee seiner Fraktion weiter. „So können wir die Akzeptanz beurteilen und schauen, inwieweit die Bänke überhaupt genutzt werden.“

Die Verwaltung wird sich laut Alexander Graf nun an die Arbeit machen, Bänke auszusuchen und aufstellen zu lassen. „Wir werden uns für normale Ruhebänke und dem Hinweisschild ‚Mitfahrerbank‘ entscheiden“, sagte Graf. Inklusive Aufstellung würden hier pro Bank etwa Kosten in Höhe von 2000 Euro anfallen.

Zwei Mitfahrerbänke gibt es in der Gemeinde übrigens schon. Auf dem Gelände von Edeka Wehrmann in Eilshausen. Peter Wehrmann fand die Idee zu diesen Bänke so gut, dass er sie gleich aufgegriffen hatte.

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