Alte Anlage der Feuerwehr Eilshausen wird in Kirchlengern ausgestellt
Schlauchgeschichte kommt ins Museum

Hiddenhausen/Kirchlengern (WB). Die alte Schlauchwaschanlage aus der Feuerwehrzentrale in Eilshausen bekommt einen Platz im Feuerwehrmuseum in Kirchlengern. „Die Anlage hat in den letzten 34 Jahren rund 125.000 Schläuche mit einer Gesamtlänge von mehr als 2000 Kilometern gereinigt, geprüft und repariert“, sagt stellvertretender Kreisbrandmeister Holger Klann: „Das entspricht einer Strecke von Hiddenhausen bis nach Moskau.“

Montag, 15.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 08:40 Uhr
Hans und Bärbel Kleemeyer (von links) dürfen nun die ehemalige Schlauchwaschanlage der Feuerwehrzentrale in Hiddenhausen in ihrem Feuerwehrmuseum in Kirchlengern ausstellen. Bei der letzten Besichtigung am alten Standort waren auch Ordnungsamtsleiterin des Kreises Silke Vahrson-Hildebrand, Landrat Jürgen Müller, der Bürgermeister der Gemeinde Kirchlengern, Rüdiger Meier, Stellvertretender Kreisbrandmeister Holger Klann und Kreisbrandmeister Bernd Kröger dabei. Foto: Julia Günter

Nun jedoch hat die alte Schlauchwaschanlage ausgedient und wird dem Feuerwehrmuseum der Familie Kleemeyer zur Verfügung gestellt. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir ein solches Museum in Kirchlengern haben“, erklärt Kreisbrandmeister Bernd Kröger, „Es ist ganz schön, dass man auch den jüngeren Kameraden aus der Jugendfeuerwehr einfach mal zeigen kann, wie es vor 20 Jahren aussah.“

Veranstaltungen fehlen

Das Museum in Kirchlengern ist eines von insgesamt 52 Feuerwehrmuseen in der Bundesrepublik. Ende Mai wurde der Betrieb wieder aufgenommen. „Durch die Corona-Krise sind bei uns leider insgesamt drei Groß- und sechs Kleinveranstaltungen weggefallen – Haupteinnahmequellen, um die Exponate und auch das Gebäude instand halten zu können“, so Museumsleiter Hans Kleemeyer. „Vor allem an Christi Himmelfahrt haben wir normalerweise rund 1500 Besucher, die teilweise auch von sehr weit her anreisen.“

Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier will Familie Kleemeyer bei der Erhaltung unterstützen. „Der Kreis Herford und die Gemeinde Kirchlengern möchten mit Hilfe von Fördermitteln das Gebäude des Feuerwehrmuseums kaufen. Natürlich appellieren wir auch an die Bevölkerung, beim Erhalt des Museums mitzuwirken und im besten Fall auch zu spenden“, sagte Rüdiger Meier. „Es ist ein Zeichen der Verbundenheit.“

Neue Anlage schon in Betrieb

Mit der Schlauchwaschanlage aus Eilshausen ist das Feuerwehrmuseum um eine Attraktion reicher. Allerdings wird nicht die komplette 30 Meter lange Anlage im Museum wieder aufgebaut. „Wir werden nur einen Querschnitt ausstellen und den Rest mit Fotos veranschaulichen“, erklärt Hans Kleemeyer. Bis die Waschanlage im Museum besichtigt werden kann, werden voraussichtlich zwei Jahre vergehen. „Bis die Situation mit dem Hof in trocknen Tüchern ist, müssen wir die Anlage zunächst einlagern. Es steht aber schon fest, wo sie hinkommen soll“, so Kleemeyer.

Die neue Schlauchwaschanlage der Feuerwehrzentrale in Eilshausen ist bereits seit Ende Februar diesen Jahres in Betrieb. Die Vollautomatische Waschanlage ist schneller, effektiver und spart zudem Wasser und Strom. „In der Anlage werden täglich benutzte Feuerwehrschläuche gereinigt. Im Monat sind das etwa 500 bis 700 Stück.

Sieben Minuten pro Schlauch

Für die Reinigung eines Schlauches brauchen wir jetzt zirka sieben Minuten, während es mit der alten ungefähr eineinhalb Stunden gedauert hat“, berichtet Holger Klann. Er erklärt: „Die neue Anlage ist wesentlich kompakter als die alte: fünf Meter breit, 1,5 Meter tief und mehr als zwei Meter hoch. Sie kann von einer Person bedient werden. Alle Arbeitsschritte werden in einem komplett gekapselten Gehäuse durchgeführt. Der gesamte Schlauchpflegevorgang läuft automatisch.

Lediglich das Kuppeln des Schlauches wird vom Bediener manuell durchgeführt.“ Die neue Kompaktanlage (SPZ-K) wird zurzeit von der Firma Bockermann Feuerwehrtechnik aus Enger gemietet, bis diese nach den bevorstehenden Umbaumaßnahmen wieder im Keller installiert werden kann. Dann ist auch der Kauf der 50.000 bis 60.000 Euro teuren Anlage geplant. „Aktuell hat die Feuerwehrzentrale in Hiddenhausen kreisweit einen Bestand von 3585 Schläuchen mit einer Länge von etwa 65 Kilometern“, erklärt Klann. „Und wir sind der einzige Standort im Kreis mit einer Schlauchwaschanlage.“

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