Fraktionen im Hiddenhausener Ausschuss wollen erst einmal weiter beraten
CDU bremst Mitfahrerbänke aus

Hiddenhausen (WB). Die Grünen bleiben derzeit auf ihrem Antrag für Mitfahrerbänke sitzen. Bereits Ende Januar waren die Haltestellen für Individualverkehr auf Antrag der Grünen-Fraktion im Gemeindeentwicklungsausschuss diskutiert worden.

Donnerstag, 21.05.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 08:02 Uhr
Mitfahrerbänke wie diese könnten nach Vorstellung der Grünen für Verkehrsanbindungen innerhalb der Großgemeinde und in die Nachbarkommunen sorgen. Der Ausschuss sieht das Konzept noch nicht rund und gibt es zur Diskussion erneut in die Fraktionen. Foto: Daniela Dmbert

Die Verwaltung war beauftragt worden, das Konzept für die Gemeinde zu prüfen, sich über rechtliche Sachverhalte zu informieren und Kosten zu ermitteln. Die gesetzlichen Haftpflichtrisiken aus der Unterhaltung und Verkehrssicherungspflicht der Bänke müsste die Gemeinde Hiddenhausen tragen – so lautet schon mal ein Prüfungsergebnis. Hingegen besteht kein Versicherungsschutz für Ansprüche der Kfz-Halter und Mitfahrer, die durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeugs entstehen könnten.

Zwei Standorte denkbar

Als denkbare Standorte für zwei erste „Versuchsbänke” wurden seitens der Verwaltung der Parkplatz am Freibad an der Badstraße und die Löhner Straße in Höhe des Kreisverkehrsplatzes vorgeschlagen, sie wäre zu Fuß vom Café Alte Werkstatt aus zu erreichen. Die Kosten für zwei Bänke und deren Installation belaufen sich auf etwa 5.500 Euro. Zwei Mitfahrbänke stehen bereits am neuen Edeka-Markt in Eilshausen, aufgestellt von Inhaber Peter Wehrmann.

Seitens der CDU gibt es gleich mehrere Vorbehalte gegen die Mitfahrerbänke. „Ein wichtiger Faktor ist das Thema Sicherheit”, meint der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrich Hempelmann. Fraglich sei, ob eine solche Einrichtung nicht Anregung zur Kriminalität biete. Auch sehe er das Freibad, das sehr stark von Kindern frequentiert werde, nicht als geeigneten Platz für eine Mitfahrerbank. Darüber hinaus habe sich das Konzept in Norddeutschland nicht durchsetzen können.

Werbetrommel rühren

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christos Zioudas, gibt zu bedenken, ein solches Konzept müsse sich erst in den Köpfen der Autofahrer und potenziellen Nutzer etablieren. Es heiße, die Werbetrommel zu rühren. Grundsätzlich befürwortet die SPD die Idee. Jedoch sei diese noch zu vage, meint Bernd-Roland Gottschling. Würden die Mitfahrerbänke nur zum Verweilen genutzt und Autofahrer, die bereit seien, jemanden mitzunehmen, würden abgewiesen, sei dies kon-traproduktiv. „Das macht man einmal, vielleicht zweimal mit. Danach hält man nicht mehr an”, so Gottschling.

Zu berücksichtigen sei auch, dass zwei Bänke sicher keine ausreichende Abdeckung wären. Es bedürfe für jedes Ziel mehrerer Zwischenstationen, denn Mitfahrer seien abhängig vom Ziel des Fahrers. Ob ein Versuch mit zwei Standorten repräsentative Ergebnisse liefere, sei daher fraglich.

Nach Idee der Grünen könnte es über die verschiedenen Ortsteile verteilt noch weitere Bänke geben, beispielsweise in Oetinghausen nahe des Ärztehauses, der Arbeiterwohlfahrt und der Apotheke, in Sundern bei Aldi und Rewe und in Schweicheln am Bahnhof. „Halt überall dort, wo mehrere, vor allem ältere Menschen zusammenkommen”, erklärt Bernhard Weil, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Der Antrag wird zur erneuten Diskussion in die Fraktionen verwiesen.

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