Hiddenhausener Küchenproduzent lässt seit Mai kurz arbeiten
Eggersmann wartet die Krise ab

Hiddenhausen (WB). Die Eggersmann Küchen GmbH & Co. KG schlüpft in der Nische durch die Krise. Der geplante Neubau wird verschoben, seit Anfang Mai wird kurz gearbeitet. Doch mit einer Eigenkapitalquote von 75,9 Prozent sieht das Unternehmen den kommenden Wochen gelassen entgegen.

Donnerstag, 07.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 15:30 Uhr
Eggersmann-Geschäftsführer Michael Wunram wartet die Krise ab. Foto: Moritz Winde

Das konjunkturelle Auf und Ab kennt Michael Wunram, der die Gesellschaft gemeinsam mit Andreas Schewe leitet, schon aus vergangenen Jahren. Mit einem Umsatz von 20 Millionen Euro und einem Jahresergebnis von einer Million Euro zählt das jetzt bilanzierte Geschäftsjahr 2018 auf jeden Fall zu den guten Jahren. 70 Prozent ihres Umsatzes erzielt die Eggersmann GmbH im Ausland – vor allem in England legte Eggersmann vor der Krise mit dem höchsten Umsatzergebnis in diesem Absatzmarkt besonders stark zu. Doch coronabedingt ist der Markt dort jetzt ebenso geschlossen wie jene in den anderen, wichtigen Exportländern USA, Frankreich, Holland, Spanien, Russland, Tschechien und Italien. In Neuseeland, Kuwait, Indien und Australien notiert die Hiddenhausener Firma viel versprechende Umsatzentwicklungen. Wunram: „Auch in Israel wurden die ersten positiven Ergebnisse der dortigen Vertretung verzeichnet.“

Holz, Stein, Metall - alles echt

Übrigens betreffe die Krise nur den Absatz-, nicht aber den Zuliefermarkt. Der Ausfall dringend benötigten Materials mache gerade einmal ein Prozent des gesamten Produktionsvolumens aus. Eggersmann setze durchweg auf hochwertige Qualität – echtes Holz, echte Steine, echtes Metall. Im individuell anpassbaren Premiumsegment der Küchenfertigung kombiniert Eggersmann neue Materialien wie Marmor-, Granit- oder Quarzitsteine, warm gewalzten Edelstahl mit Spezialbeschichtung oder Messing mit pfiffigen Funktionsideen wie der schwebenden Arbeitsplatte oder drehbaren Werkzeugschränken. Mit diesem Portfolio und einer gesunden Bilanz müsse Eggersmann jetzt nur der Verlockung widerstehen, so wie andere Küchenkonzerne einfach mit vollem Tempo durchzustarten.

Investition aus Eigenmitteln

Der auf 2021 verschobene Neubau solle der Produktion nicht nur mehr Platz verschaffen. Mit ihm soll auch eine neue, digitalisierte Ressourcen- und Arbeitsplanung vollständig umgesetzt werden. Die softwaregestützte, auf eine flexible, kommissionsweise Fertigung zielende Reform beziehe den gesamten Workflow mit ein. Die Investition finanziert Eggersmann aus Eigenmitteln. Jetzt bleibe nur die spannende Frage, was die Menschen mit ihrem Urlaubsgeld anfangen, wenn sie nicht verreisen dürften: „Vielleicht machen sie es sich ja zu Hause schön.” Eggersmann beschäftigt 112 Mitarbeiter, davon 75 in der Produktion. Michael Wunram: „Sobald die Konjunktur wieder anzieht, sind wir zur Stelle.“

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