Edeka-Markt in Eilshausen: erste Bilanz nach der Eröffnung im März – Bürger ziehen beim Mundschutz mit
Kunden kommen seltener, kaufen aber mehr ein

Hiddenhausen (WB). „Das ist schon eine besondere Situation. Und für all das gibt es keine Gebrauchsanweisung“, sagt Andreas Drengk, Geschäftsführer bei Edeka Wehrmann. Im März, fast exakt mit Beginn der Corona-Krise in Deutschland, hat der Edeka-Markt in Eilshausen eröffnet. „Und trotz der besonderen Situation ist bislang alles gut gelaufen“ zeigt sich Drengk zufrieden.

Montag, 04.05.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 09:26 Uhr
Marktleiter Falk Langhof hilft selber auch mit beim Einsortieren der Ware. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Die erste Woche mit Maskenpflicht im Markt ist geschafft. „Alle Kunden machen gut mit. Es gibt keine Diskussionen“, sagt der Geschäftsführer. Und für den, der seinen vergessen hat, gibt’s im Markt einen zu kaufen. Alle Mitarbeiter tragen Mundschutz, auch wenn’s manchmal schwer fällt. Für die Kollegen hinter den Bedientheken gibt es Schutzschilde aus Plastik. Mit Plexiglas sind die Plätze an der Kasse gesichert. Am Boden gibt es Aufkleber, die zum Abstandhalten auffordern. Und am Eingang steht ein Spender für Desinfektionsmittel.

125 dürfen ins Geschäft

Bei Wehrmann wird alles getan, damit die Menschen geschützt sind. Es gibt 125 Einkaufswagen, jeder Kunde muss einen mit in den Markt nehmen. Ist keiner mehr da, ist der Markt entsprechend der Vorgaben voll, der nächste Kunde muss warten. Der Markt hat 2500 Quadratmeter, die Verordnung lässt 10 Quadratmeter pro Kunde zu, Wehrmann hat sich für 20 Quadratmeter entschieden.

„Wir sind in engem Austausch mit Edeka und setzen alle Vorgaben um“, sagt Andreas Drengk. Seit der Corona-Krise hat er aber auch beobachtet, dass sich das Einkaufsverhalten geändert hat. Drengk: „Die Menschen kommen seltener, kaufen dafür aber mehr. Oder sie bringen für andere etwas mit. Und wenn sonst eher Pärchen oder ganze Familien zum Einkaufen kommen, sind es jetzt mehr Einzelpersonen.“

Ein Stück Normalität

Ansonsten hat der Markt an der Löhner Straße seinen Betrieb wie üblich aufgenommen. „Wir haben jetzt auch schon ein Stück Normalität erreicht“, meint Drengk. Einige Herausforderungen liegen aber hinter ihm. Ein Beispiel: Als die Schulen und Kitas geschlossen wurden, galt es, die Dienstzeiten der betroffenen Mitarbeiter so umzulegen, dass sie mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren ist. „Dabei hatten alle gerade erst einen ‚neuen‘ Arbeitsplatz“, so der Geschäftsführer. Aber auch das sei gelungen.

Insgesamt arbeiten bei Wehrmann in Eilshausen etwa 75 Mitarbeiter, 15 Arbeitsplätze davon sind neu geschaffen worden. Auf besondere Aktionen seit der Eröffnung hat das Unternehmen ganz bewusst verzichtet. Das hätte zu viele Kunden angezogen. „Dabei haben wir so viele Ideen und Möglichkeiten“, sagt Drengk und zählt auf: Käse- und Weinverkostungen, Seminare über den richtigen Umgang mit Fisch oder Wild oder ein Seminar zum Thema „Wie brate ich ein Steak?“

Es gibt eine nagelneue Lehrküche, die auf Kochschulen wartet, und Schulungsräume, in denen die Wehrmann-Akademie eingerichtet werden soll. Drengk hofft aber, dass zumindest Schulungen wie Führungstrainings oder Treffen zum Austausch der verantwortlichen Mitarbeiter in kleiner Runde bald wieder stattfinden können. „Wir müssen schauen, was demnächst wieder geht.“

Unverpackt-Abteilung

Im Markt selbst gibt es für die Kunden viel Neues zu entdecken. Da ist zum Beispiel die große Bio-Ecke oder die Unverpackt-Abteilung. Hier können die Menschen Nudeln, Müsli und vieles mehr in Behälter, gern auch selbst mitgebrachte, abfüllen. An einer Bedientheke gibt es jetzt die ganze Woche frischen Fisch und neu ist auch der Dry Aged Beef-Schrank, in dem hochwertiges Rindfleisch reift.

Und für die, die mittags nicht gern selbst kochen oder einfach wenig Zeit haben, gibt es eine neue Marktküche, in der jeden Mittag frische Speisen zum Mitnehmen angeboten werden. „Das ist wie selbst gekocht“, schwärmt der Geschäftsführer.

Alter Markt abgerissen

Und auch draußen geht es gut voran. Der alte Markt ist inzwischen dem Erdboden gleich gemacht. An dieser Stelle soll ein Parkplatz entstehen. Drengk rechnet damit, dass dieser Mitte des Jahres fertig sein wird. Die Ausgleichsparkplätze direkt vor dem Markt fallen weg. Dort sollen kleine Shops entstehen. Einziehen werden hier unter anderem Ernstings Family, ein DM-Drogeriemarkt und der Non-Food-Markt Lüning. Eröffnung wird im Frühjahr 2021 sein.

Und Geschäftsführer Andreas Drengk hat natürlich noch eine gute Nachricht für alle Kunden. „Hamsterkäufe sind nicht erforderlich. Wir haben die Regale wieder voll – bei Nudeln, bei Reis, bei passierten Tomaten und auch bei Toilettenpapier.“

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