Friseure öffnen am Montag – hohe Hygienestandards sind angesagt
Endlich gibt’s wieder Schnitt und Farbe

Hiddenhausen/Herford (WB). Darauf haben alle sehnsüchtig gewartet – Friseure wie Kunden. Sechs Wochen hatten die Salons wegen Corona geschlossen. Am Montag geht’s wieder los. Neben der Freude schwinge aber auch die Aufregung mit, sagen die Friseurinnen Sabrina Poser (Salon Poser in Herford) und Alexandra Vollmer aus Oetinghausen.

Sonntag, 03.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 10:42 Uhr
Letzte Vorbereitungen: Sabrina Poser desinfiziert die Plexiglasscheibe zwischen den beiden Waschplätze. Hier wird alles getan, damit die Kunden keinen Kontakt haben. Foto: Koteras-Pietsch

„Seit vier Wochen bereiten wir uns auf diesen Tag vor“, erzählt Sabrina Poser. Sie und ihr Team haben alles getan, um den bestmöglichen Start am Montag zu haben. Eine echte Herausforderung. „In den vergangenen sechs Wochen haben mein Team und ich uns ein- bis zweimal pro Woche per Zoom Meeting getroffen. Wir haben verschiedene Themen besprochen und die Wiedereröffnung geplant. Und wir haben einiges getan, um unseren Kunden auch in der Zeit, in der unser Salon geschlossen war, etwas zu bieten“, erzählt Sabrina Poser.

So haben ihre Mitarbeiterinnen in einminütigen Videos Anleitungen gegeben, wie man beispielsweise seine Augenbrauen wieder in Form bringt oder sich selbst eine schicke Hochsteckfrisur macht. Zu sehen sind die Videos auf der Facebook-Seite des Salons.

Arbeit in zwei Schichten

Poser kann in ihrem Biosthetik-Salon an der Salzufler Straße auf 180 Quadratmetern zwölf Plätze anbieten, zehn Quadratmeter pro Kunde sind nach den Vorgaben erlaubt. Gearbeitet wird hier in zwei Schichten, die Öffnungszeiten sind dementsprechend von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Wenn die erste Schicht beendet ist, wird gründlich gelüftet. Dann gehen die Mitarbeiterinnen. Eine halbe Stunde später tritt die „zweite Schicht“ an. „So kann zumindest eine Schicht weiterarbeiten, wenn in der anderen ein Corona-Fall aufgetreten ist“, meint Poser.

Sie hat für den Betrieb ebenso wie ihre Kollegin aus Oetinghausen einen enormen Vorrat an Mundschutzen und Gummihandschuhen geordert. Denn beides müsse nach jedem Kunden gewechselt werden. „Unsere guten Hygienestandards haben wir noch einmal erhöht“, sagt die Herforder Friseurin. Der Laden sei jetzt schon gut desinfiziert. Und nach jedem Kunden werde selbstverständlich auch der Platz erneut desinfiziert. Trockenhaarschnitte, das berichten Poser und Vollmer, seien nicht erlaubt. Erst wenn das Haar gewaschen sei, könne geschnitten werden.

Höhere Preise

Sei Farbe gewünscht, müsse nach dem Waschen erst gefönt werden. Ein enormer Mehraufwand. An Zeit und an Material. „Da bleiben Preiserhöhungen natürlich nicht aus“, sagt Sabrina Poser. Die Branche rechnet mit Preiserhöhungen zwischen 10 und 30 Prozent. „Ich habe mich für 10 Prozent entschieden“, sagt Poser und erklärt, dass damit nicht nur die Mehrkosten aufgefangen würden. „Sollte ein zweiter Shutdown kommen, sind wir noch gut aufgestellt.“

Alexandra Vollmer, die in ihrem Salon an der Milchstraße mit Mitarbeiterin Judith Lubitzki für die Kunden da ist, sieht zunächst einmal von Preiserhöhungen ab. „Das soll ein Dankeschön an meine Kunden sein, die so lange auf Termine gewartet haben“, sagt sie.

Apropos Terminvergabe. Als die Wiedereröffnung für Friseure bekannt gegeben wurde, standen in beiden Salons die Telefone nicht mehr still. „Und die Terminvergabe war nicht ganz einfach“, sagen die beiden Friseurinnen unisono. Im Salon Poser mussten 370 Termine verlegt werden. „Meine Auszubildenden waren eineinhalb Wochen lang täglich gut vier Stunden damit beschäftigt“, erzählt Poser. Der Salon ist im Mai auch montags geöffnet, bis Ende Mai sind die Termine allerdings schon vergeben. Aber von da an, können wieder Termine gemacht werden.

Kurzarbeitergeld aufgestockt

Bei Alexandra Vollmer ist der Plan bis Mitte Mai voll. Von ihren sechs Plätze hat sie zugunsten des Sicherheitsabstandes vorerst zwei opfern müssen.

In beiden Salons sind die Mitarbeiterinnen – auch wenn sie die freie Zeit ein bisschen genossen haben – glücklich, wieder arbeiten zu können. Große Wertschätzung haben alle von den beiden Saloninhaberinnen erfahren. Die Mitarbeiterinnen waren zu 100 Prozent in Kurzarbeit. Die Differenz zum Kurzarbeitergeld haben die Chefinnen aufgestockt: „Gute Leistungen muss man belohnen.“

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