Anziehungspunkt für viele Insekten – Landwirte-Vorsitzender hofft auf gute Erträge
Wärme lässt Raps früher blühen

Hiddenhausen (WB). Gerade in diesen herausfordernden Zeiten erfreut man sich umso mehr an dem schönen Wetter und der Natur. Eine weithin leuchtgelbe Augenweide werden bald wieder die heimischen Rapsfelder sein. Denn zeitiger als in anderen Jahren zeigen sie aktuell einen gelben Schimmer.

Donnerstag, 09.04.2020, 16:55 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 18:00 Uhr
Rapsfelder erfreuen alljährlich Menschen und viele Kleinlebewesen wie hier die Hummel. Zeitiger als in anderen Jahren zeigen die wichtigen Nutzpflanzen aktuell einen gelben Schimmer – und bieten bald eine leuchtende Augenweide.

„Aufgrund des milden Winters und den wärmeren Temperaturen sind schon vereinzelt zarte Blüten zu sehen“, berichtet Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld. Er erklärt: „Bereits seit Anfang Februar hat die Vegetation eingesetzt. Die Entwicklung der einzelnen Rapsflächen in der Region ist sehr unterschiedlich. Besonders auch die Nachtfröste Ende März sind nicht gut gewesen.“ Er hofft, dass die Kälte der Fruchtbildung nicht zu sehr zugesetzt hat und dass die Bienen eine reichhaltige Pollenernte einfahren können.

Zuverlässige Honigtracht

Klein und unauffällig haben die Rapsbestände den ganzen Winter hindurch auf den Äckern ausgesehen. Mit den wärmeren Temperaturen wachsen die Pflanzen in die Höhe und zeigen ihre Blüten. Sie erfreuen nicht nur die Menschen, sondern auch viele Kleinlebewesen. „Den Honigbienen bieten die Rapsfelder die erste Tracht des Jahres. von einem Hektar können sie bis zu 40 Kilogramm hellen, sämigen Rapshonig erzeugen“, erläutert Dedert.

Raps sei eine sehr zuverlässige Honigtracht und bei Imkern beliebt, so der Vorsitzende: „Und nebenbei befruchten die Bienen die Blüten.“ Die Arbeit der nützlichen Tiere werde von den Bauern geschätzt. Als Selbst- und Fremdbefruchter könne die Rapsblüte zwar sich selbst und auch benachbarte Blüten befruchten, aber durch den Flug der Insekten – wie Bienen, Schmetterlingen und Fliegen – sei der Ertrag nachweislich deutlich höher: „Vorteile also in mehrfacher Hinsicht.“

Beliebtes Speiseöl

Die Blüten verwandeln sich bis zum Juli in Schoten mit kleinen, zwei Millimeter dicken Körnern, die einen sehr hohen Ölgehalt haben, erklärt Dedert. Nach der Ernte im Juli werden die Körner gepresst. Das gewonnene Öl kann als Speiseöl oder Kraftstoff in Form von Biodiesel verwendet werden.

Als Speiseöl steht Rapsöl nach Angaben der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) nach wie vor in der Beliebtheit auf Platz eins, weit vor Sonnenblumen- und Olivenöl. Ernährungsphysiologen empfehlen Rapsöl wegen seines sehr günstigen Fettsäuremusters. Es zeichnet sich mit einem hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren aus und trägt dazu bei, einen normalen Blutcholesterinspiegel aufrechtzuerhalten.

Rapsöl wird in zwei Varianten im Handel angeboten: als geschmacksneutrales raffiniertes oder als nussig-schmeckendes, kalt gepresstes Rapsöl. Seine heimische Herkunft und seine Vielseitigkeit sowohl beim Kochen, Braten und Backen als auch für die kalte Küche zur Herstellung von Dressings, Marinaden und Dips machen Rapsöl so beliebt. Neben seinem Geschmack sei es sein wichtiger Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung, der die Verbraucher überzeuge.

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