Am Bürgertelefon des Kreises sind bisher 5000 Fragen beantwortet worden „Darf ich Opa nicht besuchen?”

Hiddenhausen (WB). Die Corona-Krise bestimmt nicht nur den Alltag aller 250.000 Einwohner im Kreis Herford, sondern auch die Arbeit in den Rathäusern der neun Städte und Gemeinden und im Kreishaus. Um ein möglichst einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, stimmen sich die Bürgermeister und Landrat Jürgen Müller regelmäßig eng ab.

„Hallo? Hier ist Landrat Jürgen Müller. Können Sie mich hören und sehen?” In der Coronakrise rücken Kreise und Kommunen enger als jemals zuvor. Drei bis vier Mal pro Woche halten Bürgermeister und Landrat Videokonferenzen ab.
„Hallo? Hier ist Landrat Jürgen Müller. Können Sie mich hören und sehen?” In der Coronakrise rücken Kreise und Kommunen enger als jemals zuvor. Drei bis vier Mal pro Woche halten Bürgermeister und Landrat Videokonferenzen ab. Foto: Kreis Herford

Landrat Jürgen Müller: „Schon zu Beginn der Krise war es uns besonders wichtig, einheitliche Regelungen zu schaffen, um auch der Bevölkerung Sicherheit und Klarheit zu geben.“ In Rödinghausen sollen gleiche Regelungen gelten wie in Enger oder Herford. In wöchentlich drei bis vier Videokonferenzen gehe es dabei um langfristige Planungen wie beispielsweise die gesundheitliche Versorgung und Behandlung in den Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenheimen und den Pflegediensten. In der gemeinsamen Runde sei auch die nötige Organisation weiterer Einrichtungen wie der zentralen Abstrichstelle oder dem gerade errichteten Akutzentrum, der Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle beraten worden.

Die Abstimmung der Krisenstäbe und der Ordnungsämter sei ebenso wichtig wie die Planung der Kinderbetreuung oder die Aufrechterhaltung der Arbeit in den Rathäusern – ausreichend Personal müsse auch langfristig bereitstehen.

„Wir planen und organisieren viel, aber genauso wichtig ist es zu erfahren, wie die Grundstimmung in den Kommunen ist. Wo gibt es Probleme bei der Missachtung der Kontaktbeschränkungen, wo klappt es mit der Kinderbetreuung besonders gut und welche Best Practice Beispiele lassen sich auch auf andere Kommunen übertragen?“, erläutert Landrat Müller. Die Videokonferenz habe sich als ein gutes Instrument für kurze und schnelle Absprachen bewährt – nicht nur in Krisenzeiten, auch da seien sich die Bürgermeister und der Landrat einig.

Bürgertelefon:

Das Bürgertelefon des Kreises werde fortan an Wochenenden nur eingeschränkt erreichbar sein. Am Samstag sei das Telefon von 10 bis 13 Uhr besetzt – am Sonntag laufe ein Anrufbeantworter mit dem Hinweis auf andere Telefondienste. Hintergrund dafür sei der sinkende Informationsbedarf. Müller: „Das wir die Zeiten des Bürgertelefons einschränken, ist eigentlich ein gutes Zeichen. Es zeigt uns, dass die Bürger gut informiert und die meisten Fragen geklärt sind.“ Auch in der Woche verzeichne der Kreis weniger Anrufe – aber immer noch genügend, um das Bürgertelefon, wenn auch mit weniger Personal, als Serviceangebot weiter zu betreiben.

Bis zu 50 Mitarbeiter der Kreisverwaltung arbeiteten in zwei Schichten in der Bürgertelefonzentrale im Kreishaus. Das Bürgertelefon des Gesundheitsamtes ist unter der Rufnummer 0 52 21 / 13 15 00 erreichbar und zwar von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und nach Bedarf auch am Wochenende, derzeit samstags von 10 bis 13 Uhr. Dieser Service läuft bereits seit dem 10. März – kurz nachdem es den ersten bestätigten Corona-Fall im Kreis Herford gegeben hat.

Drängende Fragen

Bürger fragen dort unter anderem nach den Infektionsgefahren, aber auch nach Hygiene, Kinderbetreuung, nach dem Verhalten am Arbeitsplatz und nach dem lokalen Ausmaß der bundesweiten Kontakteinschränkungen. Fast 5000 Anrufende hätten bisher beim Bürgertelefon um Rat gefragt. Gut Dreiviertel aller Anfragen konnten direkt und telefonisch bearbeitet werden – die anderen wurden zur Beantwortung weitergeleitet. Es sei gelungen, einen Großteil der Anfragen innerhalb der Kreisverwaltung zu lösen – hier gebe es eine enge Zusammenarbeit fast aller Ämter und vieler Abteilungen.

Landrat Jürgen Müller betont allerdings auch, dass das Bürgertelefon zunächst als verlässliches kreisweites Serviceangebot erhalten bleibt. Es werde je nach Bedarf auch personell sofort wieder aufgestockt werden können, sobald sich wieder ein erhöhter Informationsbedarf ergebe.

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