Corona-Krise sorgt für viel Solidarität – Eigenschutz der Helfer wichtig Mehr Blutspender als üblich

Hiddenhausen (WB). Die Welle der Solidarität während der Corona-Krise macht sich auch bei den Blutspenderzahlen bemerkbar. „Wir haben in der letzten Zeit deutlich mehr Spender“, bestätigt der Bünder Rotkreuzleiter Frank Mäsker während des Blutspendetermins des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in der Paul-Maar-Grundschule am vergangenen Montag.

Von Daniela Dembert

Insgesamt 81 Menschen gaben ihr Blut, darunter 22 Neuspender. „Zehn weitere potenzielle Spender mussten wir leider wegschicken, weil es einfach zu voll und zu spät war“, sagt DRK-Ausbilder Willy Niederbudde als um 21.15 Uhr endgültig Schluss ist.

Noch höhere Hygienestandards

Von Vorbehalten wegen möglicher Ansteckung ist seitens der Spender nichts zu spüren. „Da halte ich Einkaufen im Supermarkt für riskanter“, meint etwa Thomas Ortmann, der zu seiner mittlerweile 39. Spende antritt. Das DRK zeigt sich auf die Situation angemessen vorbereitet und hat seine hohen Hygienestandards abermals verschärft. „Wir haben Eingang und Ausgang von einander getrennt und einen Rundweg eingerichtet, um Begegnungen zu verhindern“, sagt Frank Mäsker.

Nur einzeln werden Wartende in den Vorraum gebeten, in dem das Desinfizieren der Hände den ersten Akt markiert. Viele Menschen haben nach eigenen Angaben schon häufiger mit dem Gedanken gespielt, Blut zu spenden, und finden in dieser außergewöhnlichen Situation endlich die Zeit dazu.

Julian Bieck ist Erstspender. „Aus Anlass der Situation. Aber Blutspenden ist generell eine gute Sache“, nennt er seine Beweggründe, während Corinna Miemeltz seine Temperatur misst. Die Rotkreuzlerin trägt zum Eigenschutz ein Visier vor dem Gesicht und befragt jeden Eintretenden nach Kontakten zu Corona-Infizierten und Aufenthalten in Risikogebieten. Nur wer beide Fragen verneinen kann und keine erhöhte Temperatur aufweist, wird zur Anmeldung durchgelassen. „Wir haben hier in der Grundschule optimale Bedingungen, um den kontaktfreien Verkehr zu ermöglichen. Die Liegen stehen in größerem Abstand zu einander als üblich und wir haben alles räumlich entzerrt“, berichtet Frank Mäsker.

Lunchpaket statt Imbiss

Für die Spender entfällt derzeit komplett das gemeinsame Schmausen nach der Spende. „Aber natürlich haben wir Lunchpakete zum Mitnehmen für alle vorbereitet“, informiert der Bünder Rotkreuzleiter. Über all diese Maßnahmen seien die Stammspender schon im Vorfeld informiert worden, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Regelmäßige Spender dürften sich über die fremden Gesichter der Helfer wundern.

„Unser Blutspendeteam besteht zu einem großen Teil aus Damen, die älter als 60 Jahre sind und somit zur Risikogruppe für Corona-Infektionen zählen“, so Mäsker. Zur eigenen Sicherheit würden diese Ehrenamtlichen momentan ersetzt durch junge Helfer aus dem DRK-Einsatzdienst.

Ausgerüstet mit Handschuhen und Mundschutz helfen Levin Wüst, Janin Musche und Julian Wasilewski gern bei der Betreuung der Spender. „Zur Zeit entfallen unsere regulären Dienstabende. Wir haben Zeit“, sagt Wasilewski.

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