330 Mitarbeiter des Hiddenhauser Unternehmens hoffen auf Sanierungskonzept Brigitte Küchen: Neuer Inhaber meldet Insolvenz an

Hiddenhausen (WB). Der neue Inhaber der H. Frickemeier Möbelwerk GmbH, Hersteller der Marke Brigitte-Küchen, meldet zuerst einmal Insolvenz an. Das vor 98 Jahren gegründete Familienunternehmen ist vom Berliner Investor Steffen Liebich übernommen worden. Etwa 330 Mitarbeiter warten jetzt gespannt auf den Sanierungsplan.

Von Stephan Rechlin
Wie geht es weiter bei Brigitte-Küchen und seinen gut 300 Mitarbeitern? Der neue Inhaber hat Insolvenz angemeldet. Die Fondsgesellschaft Kairos Industries AG will den Sanierungsplan in eigener Verantwortung aufstellen und umsetzen
Wie geht es weiter bei Brigitte-Küchen und seinen gut 300 Mitarbeitern? Der neue Inhaber hat Insolvenz angemeldet. Die Fondsgesellschaft Kairos Industries AG will den Sanierungsplan in eigener Verantwortung aufstellen und umsetzen Foto: Ruth Matthes

Den will die von Liebich betriebene Fondsgesellschaft Kairos Industries AG in eigener Verantwortung aufstellen und umsetzen. Für die Gläubiger wird der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus den Sanierungsprozess begleiten. Frank Branka von der IG Metall ist zuversichtlich, dass es in Hiddenhausen trotz Insolvenz und Corona-Krise weitergehen wird: „Das Unternehmen war bereits auf einem guten Weg. Daran muss Kairos Industries nur anknüpfen.“

Insolvenzgeld werde gezahlt

Den Mitarbeitern sei mitgeteilt worden, dass ihnen Insolvenzausfallgeld bezahlt werde und sie sich keine Sorgen um ihre Löhne machen müssten. Bei Brigitte gelte derzeit ein mit der Gewerkschaft ausgehandelter Sanierungstarifvertrag. Die Gewerkschaft warte jetzt erst einmal das Sanierungskonzept ab: „Wir stehen der neuen Geschäftsführung für Gespräche jederzeit zur Verfügung.“

Auch die zuletzt veröffentlichte Bilanz der Frickemeier Möbelwerk GmbH erlaubt einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Danach wies das Unternehmen noch Ende 2016 eine 36,1 Prozent hohe Eigenkapitalquote auf – immerhin 3,9 Millionen der insgesamt 10,9 Millionen Euro hohen Bilanzsumme. Die 4,6 Millionen Euro hohen Verbindlichkeiten stammten von einer Schwestergesellschaft und den Gesellschaftern, waren also keine Bankkredite, die in einer vorgeschriebenen Frist zurückzuzahlen sind. Damit drohen keine Pfändungen.

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