Körperverletzung: Amtsgericht Herford verurteilt 31-Jährigen zu Geldstrafe
Mann greift Eltern seines Ex-Freundes an

Herford (WB). Hochemotionaler Prozess vor dem Amtsgericht Herford: Nach dem Liebes-Aus war ein 31-Jähriger vollkommen ausgerastet. Der arbeitslose Gärtner aus Bad Oeynhausen hatte die Eltern seines Ex-Freundes in deren Haus in Hiddenhausen attackiert und verletzt – nur, weil er offenbar das Ende der Beziehung nicht akzeptieren wollte.

Freitag, 14.02.2020, 07:07 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 07:10 Uhr
Der Eingang zum Amtsgericht in Herford. Foto: Moritz Winde

Er wurde wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch zu einer Geldstrafe in Höhe von 3250 Euro verurteilt und schrammte nur haarscharf an einer Freiheitsstrafe vorbei.

„Es tut mir alles unendlich leid“, flüsterte der Angeklagte den Tränen nahe. Während dieser Worte wandte er sich direkt an die Zuschauer, unter denen das von ihm malträtierte Rentnerpaar war. Der Vorsitzende Richter wertete die Reue als strafmildernd, betonte aber auch: „Sie sind wegen einer Nichtigkeit durchgetickt – das geht einfach gar nicht.“ Natürlich sei es bitter, wenn eine jahrelange Beziehung im Streit ende, jedoch keine Rechtfertigung für ein solches Verhalten. Die Familie habe massiv unter dem Angeklagten gelitten.

Angeklagter gesteht fast alle Taten

Der 31-Jährige gestand die meisten ihm zur Last gelegten Taten, die sich am 26. Juni 2018 ereigneten. Kurz vor Mitternacht tauchte er damals am Haus der Eltern seines ehemaligen Lebensgefährten auf – und dass, obwohl ein Kontaktverbot zu dem Herforder bestand. Sein Ziel: Er wollte den 49-Jährigen zur Rede stellen, der sich zu diesem Zeitpunkt dort aufhielt.

Als er nicht hereingelassen wurde, versuchte er es über die Terrasse. Der Vater des Ex-Freundes stellte sich ihm im Garten in den Weg: „Ich habe ihn des Hofes verwiesen. Er schubste mich zu Boden und schlug auf mich ein“, sagte der 76-Jährige. Dadurch habe er Rippenprellungen erlitten. Einen Tritt mit dem Fuß gegen die Brust – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – konnte nicht nachgewiesen werden.

Der Angeklagte ließ den Senior liegen, schnappte sich dessen Schlüssel und verschaffte sich Zutritt zum Haus. Dort packte er die Mutter mit beiden Händen an den Armen und drückte sie in einen Stuhl. Die 68-Jährige trug bis zu sieben Zentimeter große Hämatome davon. Erst der Ex-Freund konnte den Eindringling beruhigen. Als die Polizei eintraf, hatte dieser schon das Weite gesucht.

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