Antrag auf fünf Wohnungen, Garage und Balkon gestellt – Ausschuss Hiddenhausen berät Montag
Investor will frühere Kitty-Bar erweitern

Hiddenhausen  (WB). Rund um das ehemalige Bordell Kitty-Bar an der Herforder Straße in Schweicheln türmen sich zum Ärger der Anwohner Berge von Schutt und Müll. Nichts scheint sich dort zu tun. Ein Bauzaun riegelt das Gelände ab. Jetzt kommt offensichtlich Bewegung in die Sache. Am Montag wird sich der Gemeindeentwicklungsausschuss mit dem Bauprojekt beschäftigen.

Freitag, 24.01.2020, 04:44 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 05:00 Uhr
Die Baustelle an der Herforder Straße 434 ist still gelegt. Der Investor hatte hier ohne Genehmigung Baumaßnahme durchgeführt. Ein Bauantrag ist jetzt erst gestellt.

Der Eigentümer des Grundstücks hat beim Kreis (weil Hiddenhausen keine eigene Baubehörde hat) einen Bauantrag zur Erweiterung des Wohnraumes auf fünf Wohnungen und Errichtung eines Balkons und einer Doppelgarage gestellt. Der Bauantrag war zunächst zurückgezogen worden, was sich anschließend als Missverständnis zwischen Antragsteller und Architekt herausstellte. Der gestellte Antrag bleibt also aufrechterhalten. Nun bittet der Kreis die Gemeinde um Stellungnahme. Diese hat eine Anwaltskanzlei zur rechtlichen Prüfung eingeschaltet. Das Ergebnis dieser Rechtsprüfung soll in der Sitzung am Montag vorgestellt werden.

Etliche Kontrollen

Nach Informationen dieser Zeitung gab es für den früheren Betrieb, eine Bar und zwei Wohnungen, eine Baugenehmigung. Im Außenbereich, und hier liegt das Gebäude, sind nur zwei Wohneinheiten erlaubt. Wie zu erfahren war, kann diese Baugenehmigung nach umfangreichen Veränderungen im Haus nicht aufrecht erhalten werden. Der neue Besitzer hat einen Bauantrag für insgesamt fünf Wohnungen gestellt.

Nach dem Eigentürmerwechsel hat es etliche Kontrollen an der Baustelle gegeben. Im vergangenen Jahr war die Polizei gleich mehrfach vor Ort im Einsatz, unter anderem zur Unterstützung der Bauaufsicht des Kreises, die dort Kontrollen durchführte. Auch der Zoll hat das Gebäude in Augenschein genommen. In der Zwischenzeit hat der neue Besitzer die Dächer erneuern und neue Fenster einsetzen lassen und die Fassade hat einen ersten neuen Anstrich bekommen. Bei Übernahme eines Objektes zunächst einmal nichts Ungewöhnliches und in diesem Rahmen auch nicht genehmigungspflichtig.

Monteurszimmer: Nutzung untersagt

Dann aber hatte der Kreis einen Tipp bekommen. Weitere Kontrollen ergaben, das im Inneren des Gebäudes erhebliche Umbaumaßnahmen vorgenommen worden waren. Was letztlich auch die Schutt- und Müllberge vor dem Haus erklären dürfte. Die Baustelle wurde still gelegt. So ist der Zustand bis heute. Wenn der Gemeindeentwicklungsausschuss seine Stellungnahme abgegeben hat, geht das Verfahren beim Kreis weiter.

Dem Besitzer des Grundstücks an der Herforder Straße gehört auch die Pension an der Bahnhofstraße 2. Hier hatte der Investor Zimmer für Monteure aus Osteuropa eingerichtet. Die Nachbarschaft war wenig begeistert. Auch in dieser Einrichtung gab es Kontrollen durch Mitarbeiter des Kreises, der schließlich die Nutzung untersagte und das Objekt räumen ließt. Gegen alles, was der Kreis veranlasste, klagt der Investor vor dem Verwaltungsgericht in Minden. Aktuell soll er allein in dem Haus leben.

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