Bluttat in Eilshausen: Prozess wird fortgesetzt – Angeklagte werden schweigen
Polizisten sagen als Zeugen aus

Hiddenhausen (WB). Mit dem zweiten Verhandlungstag wird an diesem Freitag am Landgericht Bielefeld der Prozess um die Bluttat vom 30. Mai vergangenen Jahres an der Bünder Straße in Eilshausen fortgesetzt.

Freitag, 10.01.2020, 08:00 Uhr
Am Abend des 30. Mai 2019 war der 31 Jahre alte Raschad A. aus Hiddenhausen auf offener Straße getötet worden. An diesem Freitag wird der Prozess gegen die Brüder Ismet A. (31) aus Herford und Ferhan A. (33) aus Hiddenhausen fortgesetzt. Foto: Kathrin Weege

Dort war am späten Abend des Vatertages der 31 Jahre alte Raschad A. aus Hiddenhausen auf offener Straße mit 20 Messerstichen getötet worden. Staatsanwalt Christopher York spricht von einem „Exzess“. Auf der Anklagebank sitzen die Brüder Ismet A. (31) aus Herford und Ferhan A. (33) aus Hiddenhausen. Auslöser der Konfrontation soll ein Streit um Geld gewesen sein.

Mutmaßliches Fluchtauto gefunden

Nachdem beim Prozessauftakt am 19. Dezember nur die Anklage verlesen worden war, geht es nun in die Beweisaufnahme. Als erste Zeugen werden zwei Polizisten angehört. Zum einen wird der Beamte aussagen, der den Angeklagten Ferhan A. (33) verhört hat. Der zweite Polizist wird eine Aussage zum Fund des mutmaßlichen Fluchtautos machen. Die blaue Mercedes A-Klasse war im Herbst, also erst Monate nach der Tat, in Bad Salzuflen gefunden worden. Das Landeskriminalamt (LKA) hatte das Auto auf Spuren untersucht. Das Gutachten dazu stehe allerdings noch aus, ist von Prozessbeteiligten zu hören.

LKA-Beamte haben auch das angebliche Bekennerschreiben eines Unbekannten auf DNA-Rückstände und Fingerspuren überprüft. Darin bezichtigt sich der anonyme Verfasser der Tat. Am zweiten Prozesstag soll der Brief aber noch keine Rolle spielen. Für die Verteidigung ist er ein wichtiger Baustein zur Entlastung ihrer Mandanten. Denn in dem Brief steht auch, dass das spätere Opfer die Tatwaffe selbst mitgebracht habe. Erst im Laufe der gewalttätigen Auseinandersetzung sei ihm das Messer entwendet und gegen ihn gerichtet worden.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Die Brüder sollten sich nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zunächst wegen gemeinschaftlicher Mordes verantworten müssen. Doch diese Anklage ließ das Gericht nicht zu. Jetzt wird nur noch wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge verhandelt. Mordmerkmale wie niedrige Beweggründe oder Heimtücke seien nicht zu erkennen, ebenso wenig ein Vorsatz, hatte der Vorsitzende Richter Dr. Georg Zimmermann zum Prozessauftakt erklärt. Zudem stehe nicht fest, wer das Messer geführt habe.

Die Brüder werden auch am zweiten Verhandlungstag keine Angaben zur Sache machen. „Ja, es bleibt dabei“, erklärt Verteidiger Tobias Diedrich aus Bad Oeynhausen am Donnerstag. Während an diesem Freitag nur zwei Zeugen gehört werden, soll vom 27. Januar an ganztägig verhandelt werden. Zwölf weitere Termine sind bis zum 1. April angesetzt. Der Prozess findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, da befürchtet wird, dass Angehörige der mutmaßlichen Täter und Mitglieder der Opferfamilie aneinandergeraten könnten. Sie treten als Nebenkläger auf.

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