Ausbildung für Psychosoziale Unterstützung (PSU)
Wenn Helfer zu vielaushalten müssen

Herford (WB). Die Helfer der Feuerwehr und des Rettungsdienstes haben keine einfache Aufgabe. Manchmal bekommen sie grauenhafte Unfallbilder zu sehen, die nur schwer zu verarbeiten sind. Das Feuerwehrteam für die Psychosoziale Unterstützung (PSU) hilft den Einsatzkräften in einer solchen Situation.

Samstag, 07.12.2019, 16:02 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 17:20 Uhr
Das sind die neuen Helfer für die Psychosoziale Unterstützung (PSU).

„Seit dem Sommer ist das PSU-Team der Feuerwehr einsatzbereit“, sagt Leiter Sven Büttner. Gerade erst bildete der Kreisfeuerwehrverband 17 weitere PSU-Helfer aus.

Einsatz in Hiddenhausen

Vor einigen Wochen kam es in Hiddenhausen zu einem Wohnungsbrand. Die Feuerwehr hatte keine Chance, einem 33-jährigen Mann das Leben zu retten. Die Einsatzkräfte fanden ihn dort, wo das Feuer am heftigsten gewütet hatte. An der Unglücksstelle herrschte fassungsloses Schweigen.

Einige Feuerwehrleute hatten in dem Gebäude schockierende Bilder zu sehen bekommen. Das PSU-Team der Feuerwehr übernahm ihre Betreuung. In einer Gesprächsrunde schilderte jeder Beteiligte die Situation aus seiner Sicht. „Das Gruppengespräch hat den Einsatzkräften geholfen, ihre Gefühle zu zeigen und die belastenden Eindrücke zu verarbeiten“, erläuterte PSU-Ausbilder Marco Kretschmer.

„Manchmal fließen in einer solchen Einsatznachbesprechung auch Tränen.“ Niemand müsse sich dafür schämen. Im Gegenteil: „Dann fassen auch andere Kameraden den Mut, ihre Empfindungen offen zu zeigen.“

Einheit soll über die Kreisgrenzen hinaus helfen

Der Aufbau von Gruppen- und Entlastungsgesprächen sowie die eigentliche Gesprächsführung standen im Mittelpunkt der Ausbildung. Den Teilnehmern wurde schnell klar, dass sie in ihrer künftigen Funktion als PSU-Helfer besonders aufmerksam zuhören müssen. „Ohne aktives Zuhören und gezieltes Nachfragen ist kein kontrollierter Dialog möglich, der schließlich den Erfolg der Psychosozialen Unterstützung ausmacht“, erklärte Büttner.

Das PSU-Team leistete in diesem Jahr bereits 120 Einsatzstunden. Zuletzt waren Büttner und seine Leute bei einem schweren Verkehrsunfall in Bünde gefordert. Immer öfter werde die Psychosoziale Unterstützung auch von den Mitarbeitern des Rettungsdienstes in Anspruch genommen.

„Es gab Fälle, wo Notfallsanitäter körperlich angegriffen und verletzt wurden.“ Sie hätten anschließend unter Angstzuständen gelitten. Die PSU-Einheit werde in den kommenden Monaten zu einer PSU-Komponente ausgebaut, die auch über die Kreisgrenzen hinweg zum Einsatz kommen könnte.

Kommentare

michael schönow  wrote: 08.12.2019 13:24
das sollten
sich mal die Personen durchlesen die die Feuerwehr-RTW- Polizei teilweise anfgreifen, schlagen, behindern etc. Denn es muss ja sehr Schlimm sein, wenn Polizei, RTW zu Unfallstellen kommen und dort Tote und vor allen Dingen getötete Kinder sehen müssen und diese dann versorgen und wegbringen. Das muss sehr Schlimm sein, aber das interessiert die Angreifer und Gaffer rein gar nicht.
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