Neue Streuobstwiese am Neuen Weg in Hiddenhausen – 200 Bäume sollen kreisweit gepflanzt werden Warten auf den Steinkauz

Hiddenhausen (WB). Anna von Consbruch mag die Apfelsorte Biesterfelder Renette, Klaus Nottmeyer liebt Steinkäuze. Auf einer Streuobstwiese in Hiddenhausen finden beide Geschmäcker zueinander. Die dortige Anpflanzung ist der Start eines kreisweiten Projektes mit 200 Bäumen.

Von Hartmut Horstmann
Spaß am Baum: Anna von Consbruch, Landrat Jürgen Müller und Klaus Nottmeyer (Biologische Station/rechts) sind voller Elan dabei.
Spaß am Baum: Anna von Consbruch, Landrat Jürgen Müller und Klaus Nottmeyer (Biologische Station/rechts) sind voller Elan dabei. Foto: Hartmut Horstmann

Biesterfelder Renette

200 Jahre ist der Kreis Herford alt – und im Zusammenhang mit dem runden Geburtstag entstand die Idee, 200 Obstbäume mit historischen Sorten zu pflanzen. Als finanzielle Förderer stehen die Sparkassenstiftung (25.500 Euro) und die Stiftung Zukunft im Wittekindkreis (20.000 Euro) bereit. Betreut wird die Aktion, in der alle Kommunen des Kreises Herford bedacht werden sollen, von der Biologischen Station Ravensberg.

Den Auftakt machte Hiddenhausen – für die Anpflanzung stellt die Familie Consbruch eine frühere Pferdewiese am Neuen Weg zur Verfügung. Insgesamt 24 Obstbäume wurden gesetzt. Unter den Sorten findet sich die Biesterfelder Renette, der Lieblingsapfel Anna von Consbruchs. Wünschenswert aus ihrer Sicht wäre, wenn die Obsternte mit einem karitativen Zweck verbunden werden und dem Allgemeinwohl dienen könnte.

Blühflächen an der Sparkasse

Klaus Nottmeyer von der Biologischen Station hofft, dass die Aktion eine Initialzündung auslöst. Der Aufruf wendet sich an Besitzer von Grünflächen mit einer Größe von mindestens 1500 Quadratmetern. Mindestens zehn Obstbäume sollen dort gepflanzt werden können. Streuobstwiesen seien ein wichtiges Kulturgut, sagt der Experte und verweist auf die Nachhaltigkeit.

So sollen die Hochstämme in den nächsten 30 bis 40 Jahren ihre ganze Pracht entfalten können. Auch viele Tiere finden hier ein Zuhause – unter anderem der vom passionierten Ornithologen Nottmeyer besonders geschätzte Steinkauz, der die Höhlen der in die Jahre gekommenen Bäume bevorzugt.

Beim Stichwort Nachhaltigkeit fühlt sich Peter Becker, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, besonders angesprochen. Er verweist auf ein Projekt des Geldinstituts, das den Titel »Enkelfähigkeit« trägt. So soll die Zeit des Rasens vorbei sein, stattdessen will die Sparkasse an den Filialen Blühflächen entstehen lassen.

Interessierte können sich melden

Landrat Jürgen Müller und Klaus Nottmeyer wollen Sorge dafür tragen, dass die Anpflanzungen möglichst gleichmäßig auf die Kommunen des Kreises verteilt werden. Derzeit gebe es zwei Schwerpunkte für Streuobstwiesen – zum einen in Spenge, zum anderen im Bereich zwischen Herford und Vlotho.

Wer ebenfalls an einer Streuobstwiese interessiert ist und eine Fläche für mindestens zehn Bäume bieten kann, soll sich an Anna Brennemann unter Tel. 05223/1837769 wenden – oder per Mail: brennemann@bshf.de.

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