Bettina Tröller studiert Tierpsychologie und will bald ein Hunde-Hotel eröffnen Die Gassigeherin

Hiddenhausen (WB). Sie geht gerne spazieren, mag die Natur und liebt Vierbeiner: Als Gassigeherin kann Bettina Tröller diese drei Leidenschaften wunderbar kombinieren. Auf den Hund ist sie aber eher durch Zufall gekommen.

Von Moritz Winde
»Max, nicht so wild«: Bettina Tröller und der elfjährige Labrador sind in den Bustedter Wiesen unterwegs.
»Max, nicht so wild«: Bettina Tröller und der elfjährige Labrador sind in den Bustedter Wiesen unterwegs. Foto: Moritz Winde

Dass sie einmal professionelle »Dogwalkerin« werden würde, hätte sich die 43-Jährige nicht träumen lassen. Denn eigentlich ist sie Groß- und Außenhandelskauffrau. Doch diesen Job habe sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen – nach 20 Jahren. Bettina Tröller fragte sich, wohin ihr beruflicher Weg führen könnte.

Auf die zündende Idee brachte sie Mitte 2018 dann eine Freundin: »Weil sie nach dem Mutterschutz wieder Vollzeit arbeiten ging, bat sie mich, mittags mit Familienhund Charco Gassi zu gehen.« Was als Übergang gedacht war, wurde zur Dauerlösung – und zur Geschäftsidee.

18 Euro für eine Stunde Gassigehen

Bettina Tröller sagt, sie sei von Kindesbeinen an von Hunden fasziniert gewesen. »Wir hatten immer Hunde.« Ganz besonders in Erinnerung blieb ihr Puma. Den Schäferhund-Rottweiler-Mix bekam sie im Alter von 14 Jahren geschenkt. Die Jugendliche lernte Verantwortung für das Tier zu übernehmen. Als Puma nach zehn Jahren starb, war die Trauer über den Verlust groß. »Ich habe ihn abgöttisch geliebt.«

Nach langer Zeit ohne Hund, spielen Vierbeiner wieder eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Da Bettina Tröller alleinerziehende Mutter ist, muss sie von dem Gassigeh-Service leben. Noch als Nebengewerbe, soll die Ich-AG in Kürze zum Vollzeitjob ausgebaut werden. Seit Mai bietet die Hiddenhauserin ihre Unterstützung an. »Im Sommer war die Resonanz etwas schleppend, mittlerweile bin ich zufrieden«, sagt sie. Derzeit habe sie zwölf Kunden.

Weil die Halter entweder arbeiten müssen oder nicht mehr gut zu Fuß sind, übernimmt Bettina Tröller die täglichen Spaziergänge. Kosten pro 60 Minuten: 18 Euro. »Ich fahre zu den Leuten nach Hause und gehe mit den Hunden in der gewohnten Umgebung Gassi. Beim ersten Termin wird sich natürlich zunächst beschnuppert. Es muss ja alles passen.«

Anschließend wird gekrault

Und die 43-Jährige muss über die Besonderheiten der Hunde und ihrer Frauchen und Herrchen Bescheid wissen. Manche Vierbeiner bekommen spezielle Leckerli, einige dürfen nicht ohne Leine und wieder andere können extrem schreckhaft sein. Alle aber lieben es, wenn’s nach dem Gang eine Kraul-Einheit gibt.

Bettina Tröller hat den Hunde-Führerschein abgelegt und einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde absolviert. Seit sechs Monaten studiert sie Tierpsychologie an der Fern-Uni. »Ich will die Hunde noch besser verstehen.«

Beim Gassigeh-Service soll’s nicht bleiben. Schon bald will sie in ihrem Zuhause ein Hotel eröffnen, damit Pfiffi und Co. auch mal über Nacht bleiben dürfen.

Hund müsste man sein: Rauhaardackel Kalle-Hermann genießt die Streicheleinheiten von Bettina Tröller. Foto: Moritz Winde

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