Gunthild Kötter hört nach 15 Jahren als Vorsitzende der Senioren-Union Hiddenhausen auf
»Es schwingt Wehmut mit«

Hiddenhausen (WB). Sie haben alle gern mit ihr zusammen gearbeitet und gewirkt. Das ist unschwer zu erkennen, wenn man die Begrüßungsszenen bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Hiddenhauser CDU-Senioren beobachtet. Doch für Vorsitzende Gunthild Kötter ist jetzt Schluss. Nach 15 Jahren legt sie ihre Arbeit im Vorstand nieder. Aus persönlichen Gründen.

Samstag, 05.10.2019, 15:05 Uhr aktualisiert: 05.10.2019, 16:00 Uhr
CDU-Kreisgeschäftsführer Harald Ernst (links) und Kreisvorsitzender Dr. Tim Ostermann haben die Vorsitzende der Hiddenhauser CDU-Senioren, Gunthild Kötter, im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung im Freihof aus ihrem Amt verabschiedet.

Mehr als 100 Mitglieder zählt die Hiddenhauser Senioren-Union heute und ist damit die kreisweit größte Gruppe. Weit mehr als die Hälfte der Mitglieder kommen in den Freihof nach Schweicheln. Das sei keine ungewöhnliche Resonanz auf eine Veranstaltung der Senioren-Union, sagt Gunthild Kötter. Mit dabei ist auch der Kreisgeschäftsführer Harald Ernst und Kreisvorsitzender Dr. Tim Ostermann.

»Die CDU war schon immer meine Partei. Bei ihr habe ich die meisten Punkte gefunden, die mit meinen Ansichten überein stimmen«, begründet Gunthild Kötter ihre Entscheidung, gerade dieser Partei beizutreten. Das tut sie im Jahr 2002, kurz nachdem sie aus ihrer Tätigkeit als Vertriebsleiterin einer mittelständischen Unternehmensgruppe in den Ruhestand gewechselt ist.

Als Berufstätige und Mutter zweiter Kinder habe sie nie Zeit für die Politik gehabt. Als Rentnerin schon. »Und ich bin auch gleich in den Vorstand der Senioren-Union eingestiegen«, erinnert sich die heute 75-Jährige. Im Dezember 2018 wird sie sogar deren Vorsitzende, sie löst Marie-Luise Frischmann ab.

Doch damit nicht genug. Die Hiddenhauserin war von 2004 bis 2009 Ratsfrau in Hiddenhausen und viele Jahre stellvertretende Vorsitzende der Kreis-Frauenunion. Und sie war acht Jahre lang stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU. Daran erinnert sich besonders Tim Ostermann.

Wie er erzählt, habe er im Jahr 2012 das Amt des Kreisvorsitzenden angetreten und Gunthild Kötter sei seine erste allgemeine Vertreterin geworden. »Ein echter Vertrauensbeweis«, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete. Es sei eine schöne Zeit gewesen. »Man konnte sich immer mindestens 150-prozentig auf Gunthild verlassen. Sie war keine Schulterklopferin, unter vier Augen hat sie einem auch schon mal gesagt, was ihr nicht passt. Solche Leute brauchen wir in der Politik«, lobt Ostermann.

Lieblingsprojekt B239

Ausschließlich positive Worte findet auch Kreisgeschäftsführer Harald Ernst: »Gunthild Kötter ist ein Mensch, der mit sehr viel Herzblut, Engagement und Tatkraft, aber auch mit Ellenbogen ihre Aufgaben erfüllt. Das findet man selten.« Mit ihrer charmanten Art habe sie jeden dazu bewegen können, sich zu engagieren.

Und das hat sie selbst schließlich auch reichlich getan. »Ich wollte mich immer einbringen, nicht nur hinnehmen. Ich wollte versuchen, mitzugestalten«, sagt die Politikerin, zu deren Lieblingsprojekten die B239 in Hiddenhausen zählt. Und indirekt mischt sie ja auch in der Bundespolitik mit.

»Wir machen als Senioren-Union nicht nur Veranstaltungen und Fahrten. Die Senioren-Union bringt sich auch politisch ein«, sagt die 75-Jährige, die auch stellvertretende Bezirksvorsitzende der CDU-Senioren in OWL ist. »Wir reichen aus diesem Gremium heraus Anträge bei der CDU ein. So haben wir daran mitgewirkt, dass Kinder pflegebedürftiger Eltern demnächst nicht mehr so stark zur Kasse gebeten werden«, sagt sie ein wenig stolz. Allerdings bedauert sie auch, dass die Senioren in der Politik ihrer Ansicht nach nicht genügend wahrgenommen würden. »Immerhin machen wir Senioren einen großen Teil der Bevölkerung aus.«

Neben der Politik engagiert sich Gunthild Kötter beim Gemeindefrühstück in der Stephanus-Gemeinde, sie liest gerne geschichtliche Bücher und geht oft spazieren. Als Vorsitzende der CDU-Senioren hat sie sich mit ganz knappen Worten verabschiedet. Denn: »Da schwingt auch schon Wehmut mit.«

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