Mann aus Hiddenhausen (56) verdächtig – zwei Wohnwagen sichergestellt Wieder Kinderpornorazzia auf einem Campingplatz

Herford (WB). Wenige Tage nach dem Urteil im Lügde-Skandal hat es erneut eine Kinderpornorazzia auf einem Campingplatz gegeben – diesmal in Herford.

Von Moritz Winde
Der Campingplatz am Elisabethsee.
Der Campingplatz am Elisabethsee. Foto: Moritz Winde

Der Verdacht wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornographischen Bildmaterials richtet sich laut Staatsanwaltschaft gegen einen 56-Jährigen. Er soll in Hiddenhausen (Kreis Herford) wohnen. Der Mann – er ist nicht vorbestraft – soll im Polizeiverhör gestanden haben. Er ist auf freiem Fuß.

Zwei Wohnwagen im Visier

In aller Frühe rückten die Ermittler mit einem Großaufgebot am Montag auf dem Naturcampingplatz in Herford-Eickum an. Zwischen altem Baumbestand und direkt am Elisabethsee gelegen, vermittelt das 78.000 Quadratmeter große Areal an der Grenze zu Bielefeld ein Gefühl von Idylle. Die Beamten der Herforder Polizei wurden von Spezialisten aus Bielefeld unterstützt. Im Visier: zwei Wohnwagen, die mutmaßlich dem 56-Jährigen gehören. Die Fahrzeuge wurden abgeschleppt und sichergestellt.

Der Hiddenhauser soll – anders als im Lügder Fall – dort allerdings nicht gewohnt, sondern sich nur zeitweise aufgehalten haben. Insgesamt gibt es auf dem Campingplatz mehr als 300 Stellplätze. Zeitgleich wurde die Wohnung des Mannes überprüft. Dort soll der 56-Jährige angetroffen und von dort mit auf die Wache genommen worden sein, wo er den ganzen Tag vernommen und abends wieder entlassen wurde.

»Die Durchsuchungen führten zum Auffinden von erheblichen Datenmengen, gespeichert auf PC, Laptops, anderen Medien sowie mehreren hundert CDs, die in den Wohnbereichen des Tatverdächtigen sichergestellt werden konnten«, heißt es in einer Presseerklärung der Herforder Polizei und der Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Anonymer Hinweis

Wie sind die Behörden auf den Mann aufmerksam geworden? Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe es einen anonymen Hinweis gegeben, der wenige Tage zuvor bei der Polizei in Herford eingegangen sei. »Wegen der Schwere des Vorwurfs sind die Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt worden.«

Bislang gehen die Behörden vom reinen Besitz kinder- und jugendpornographischen Materials aus. Hat es darüber hinaus eine Verbreitung oder sogar Produktion gegeben? Die Ermittlungen in diesem Verfahren stünden noch ganz am Anfang, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft. »Es handelt sich hierbei aber sicher nicht – wie zunächst befürchtet – um ein zweites Lügde«, sagte ein Polizist dem WESTFALEN-BLATT.

Mehrere tausend Gigabyte an Dateien

Die Auswertung der Unmengen von Dateien – es sollen mehrere tausend Gigabyte gefunden worden sein – hat gerade erst begonnen. Bei der Sichtung der Fotos und Videos bekommt die Herforder Polizei Unterstützung – unter anderem vom Landeskriminalamt in Düsseldorf.

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