Verwaltung schafft neues Instrument für die Friedhofskapelle Hiddenhausen an
Orgel ist variabel und unverstimmbar

Hiddenhausen (WB). »Bisher konnte ich nur laut und leise spielen, hatte nur zwei Register, ein Manual und kein Pedal zur Verfügung«, blickt Organist Andreas Lechtermann zurück. Mit der neuen digitalen Orgel, die ihm seit Mitte Juli in der Friedhofskapelle in Hiddenhausen zur Verfügung steht, sieht das ganz anders aus.

Freitag, 02.08.2019, 13:49 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 14:02 Uhr
Kirchenmusiker Andreas Lechtermann an der neuen digitalen Orgel in der Hiddenhauser Friedhofskapelle. 25 Trauerfeiern finden hier pro Jahr statt. Foto: Ruth Matthes

»Endlich kann ich mich mit meinem Spiel den Gegebenheiten der Trauerfeier anpassen«, sagt er erfreut. »Sind viele Leute in der Kapelle, die die Kirchenlieder kennen, kann ich mich dem genauso anpassen, wie einer kleinen kirchenfernen Trauergemeinde.«

7000 Euro Kosten

Der Kirchenmusiker aus Eilshausen, der oft auch auf anderen Friedhöfen der Gemeinde den Orgeldienst versieht, hatte das Glück, das neue Instrumentes selbst auswählen zu dürfen. Er war es auch, der die Initiative ergriff und dem Bürgermeister den Zustand des alten Instrumentes schilderte. Ulrich Rolfsmeyer ließ sich überzeugen und die Kommunalpolitiker stimmten der Investition von 7000 Euro ebenfalls zu.

»In den Kosten sind die Installation der neuen und der Abbau der alten Orgel enthalten«, erklärt Margitta Geisthardt vom Friedhofsamt, aus dessen Etat die Summe stammt. Im Januar 1975 übernahm die politische Gemeinde nämlich die Verwaltung der 1959 erbauten Kapelle und des Friedhofs von der Kirchengemeinde.

Per Knopfdruck transponiert

Das alte Instrument war ein umgebautes Harmonium. »Es war nur als Begleitinstrument nutzbar. Ein Instrumentalstück konnte man darauf nicht vernünftig spielen«, sagt Lechtermann. Bei der neuen elektronischen Orgel hat er dafür reichlich Auswahl an Registern. Das Pedal habe sogar ein Trompeten- und ein Posaunenregister. »Die Firma Kisselbach hat den Klang einer Pfeifenorgel naturgetreu in die E-Orgel eingespeist«, erläutert er zufrieden.

Mit Hilfe eines Displays kann der Musiker die Gesamtlautstärke einstellen. Über das Menue wählt er das gewünschte Volumen, das er durch die Auswahl der Register noch variieren kann. Sehr praktisch sei auch eine weitere der vielen Finessen der Kisselbach-Orgel. Per Knopfdruck kann der Spieler Stücke transponieren. Ist zum Beispiel ein Choral im Gesangbuch recht hoch gesetzt, kann er alles eine Note tiefer spielen, ohne selbst von einer Tonart in die andere umdenken zu müssen.

Keine Stimmungsschwankungen

Ein weitere Vorteil gegenüber Pfeifenorgeln, wie sie in Lippinghausen, Schweicheln und Bermbeck stehen, ist die Wetterunabhängigkeit. Lechtermann: »Sie verstimmt sich nicht, wenn die Temperaturen und die Feuchtigkeit schwanken – was in einer Friedhofkapelle häufig vorkommt.«

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