Wo sind die blutige Kleidung und das Messer? – mit Video
Mord: Zweiter Mann festgenommen

Von Christian Althoff

Freitag, 07.06.2019, 10:28 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 19:26 Uhr
Raschad A. wurde am Mittwoch im Libanon beigesetzt Foto: Althoff

Hiddenhausen (WB). Nach dem Mord an einem Deutsch-Libanesen in Hiddenhausen (Kreis Herford) hat die Mordkommission einen zweiten Mann festgenommen. Außerdem wurden mehrere Wohnungen durchsucht.

Raschad A. (31) war am 30. Mai abends mit einem Telefonat aus seiner Wohnung gelockt und dann auf offener Straße getötet worden - angeblich hinterrücks mit mehreren Messerstichen.

Zwei Tage später wurde Haftbefehl gegen einen jesidischen Kurden mit türkischer Staatsbürgerschaft erlassen. Raschad A. soll ihm Tage vor dem Mord im Streit um Geld ein blaues Auge geschlagen und ihm angeblich die Nase gebrochen haben. Raschad A. soll dem Türken etwa 1200 Euro geschuldet haben.

Am Donnerstag ergab sich nun ein Tatverdacht gegen einen weiteren Mann, einen 32 Jahre alten Deutsch-Türken aus Herford. Er soll derjenige gewesen sein, der das Opfer am Tatabend mit einem Telefongespräch aus der Wohnung gelockt haben soll

Am Freitag wurde der Mann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld einem Haftrichter vorgeführt. Staatsanwältin Claudia Bosse »Es wurde Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen.« Beide Inhaftierte sind verwandt und bestreiten die Tat.

Wohnungen durchsucht

Bei der Duchsuchung von Wohnungen hofften die Beamten, blutige Kleidung oder das Tatwerkzeug zu finden. Auch um Handys, auf denen sich Chatverkehr befinden könnte, könnte es bei der Razzia gegangen sein. Zum Ergebnis der Durchsuchung wollten sich die Ermitttler nicht äußern.

Trauerfeier im Libanon

Die Familie des Mordopfers hält sich derzeit in Hula im Süden Libanons auf. Dort wurde Raschad A., der in Bünde zur Welt kam, am Mittwoch beerdigt . »Ich schätze, dass 2000 Leute da waren«, sagte einer seiner Brüder am Freitag. Raschad sei ein guter Mensch gewesen, sagte ein anderer Bruder. »Als der IS die Kurden in Sindschar angegriffen hat, hat er Geld und Kleidung für die Kurden gesammelt.« Die Anteilnahme am Tod seines Bruders sei überwältigend.

 

 

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