Gemeinde gibt 320.000 Euro für ein neues Feuerwehrfahrzeug aus
Werkzeugkiste auf vier Rädern

Hiddenhausen (WB). »Das ist eine rollende Werkzeugkiste«, sagt Fabian Stadelmann schmunzelnd. Gemeint hat der stellvertretende Löschzugführer der Abteilung Schweicheln-Bermbeck das nagelneue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, kurz HLF 20, das seit März im Gerätehaus Schweicheln steht und seit knapp zwei Wochen auch im Einsatz ist.

Mittwoch, 08.05.2019, 08:00 Uhr
Höher und 70 Zentimeter länger als das alte ist das neue Fahrzeug, sagen der stellvertretende Löschzugführer Fabian Stadelmann und der Leiter der Feuerwehr Mario Daume.

»Die Kameraden mussten erst mit dem Fahrzeug vertraut gemacht werden, bevor wir Einsätze damit fahren konnten«, erklärt der Leiter der Hiddenhauser Feuerwehr, Mario Daume. Ende März sei eine Abordnung zum Hersteller Magirus nach Ulm gefahren, um sich vor Ort am Fahrzeug einweisen zu lassen. »In den folgenden drei Wochen sind dann die Kameraden nach und nach von den Kollegen unterrichtet worden«, berichtet Daume weiter.

Lack schon schmutzig

Zwei Alarmierungen, einen Böschungsbrand und die Entfernung eines Baums von der Fahrbahn, hat das HLF 20 in seiner ersten Woche Dienstzeit bereits hinter sich gebracht. »Jetzt ist schon etwas Dreck am Lack«, wird spitz bemerkt.

Ausgestattet ist das Fahrzeug unter anderem mit einem zusätzlichen Rettungssatz bestehend aus Schere, Spreizer, Zylindern und Hebekissen, die vor allem bei der Bergung von Verkehrsunfallopfern Anwendung finden. »Das ist der dritte Satz, über den unsere Wehr verfügt. Für die Gemeinde bedeutet das mehr Sicherheit. Denn sollte es zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen kommen, kann von zwei Seiten gleichzeitig vorgegangen werden. Trotzdem ist ein weiterer Rettungssatz in Reserve«, erklärt Stadelmann.

Ansonsten sei das HLF 20 weitestgehend ein Normfahrzeug, sagt Mario Daume. Mittlerweile seien vier im Mannschaftsraum direkt an den Sitzen angebrachte Atemschutzgeräte einfach Stan-dard. »In unserem alten HLF können nur zwei Kameraden die Ausrüstung schon während der Fahrt anlegen, in diesem Fahrzeug können das doppelt so viele tun. Das spart im Brandfall Rüstzeit und wir können am Einsatzort sofort agieren«, erörtert Daume.

Vorgänger schon verkauft

Für den Brand im Gelände gibt es noch zusätzliches Equipment. D-Schläuche, also solche mit kleinerem Durchmesser, werden mit 20-Liter-Rucksäcken kombiniert, mit denen kleinere Löscheinsätze in unzugänglichem Gelände vorgenommen werden können. Daume: »Die schmalen Schläuche ermöglichen besseres Haushalten mit dem Wasser. Das Ganze ist dann auch nicht so anstrengend für den Rucksackträger.«

320.000 Euro hat das Fahrzeug gekostet, auf das die Einheit etwas mehr als ein Jahr gewartet hat. Das HLF 20 löst den Vorgänger TLF 16/25, Baujahr 1990 ab, das die Gemeinde bereits veräußert hat.

Höher und länger

Automatikgetriebe und Rückfahrkamera gehörten bei neueren Feuerwehrfahrzeugen ebenfalls zum Standard, sagt Fabian Stadelmann. Das sei auch sinnvoll, denn der neue Lkw sei nicht nur einiges höher als das Bestands-HLF, »er ist auch fast 70 Zentimeter länger«.

Ein letztes Detail fehlt dem knallroten Großkaliber noch: die gelbe Beklebung, die indiesen Tagen angebracht werden soll.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6595388?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514616%2F
Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) streiken vor einem BVG Betriebshof in der Stadt.
Nachrichten-Ticker