Löschzug Schweicheln-Bermbeck trainiert im Institut der Feuerwehr in Münster
Feuer gelöscht und Menschen gerettet

Hiddenhausen (WB). Ein Mann steht am Fenster eines Mehrfamilienhauses und schreit um Hilfe. Rauch und Flammen sind zu sehen. Die Feuerwehr ist schnell vor Ort. An einer solchen Übung in der Übungshalle des Instituts der Feuerwehr in Münster hat der Löschzug Schweicheln-Bermbeck teilgenommen.

Dienstag, 02.04.2019, 14:33 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 11:58 Uhr
Die Wehrleute der Löschgruppe Schweicheln-Bermbeck bereiten bei der Übung in Münster einen Innenangriff vor.

Szenen wie oben spielen sich fast täglich im Institut der Feuerwehr in Münster ab. Die Feuerwehr Hiddenhausen hatte nun die Möglichkeit, einen ganzen Tag lang dort zu trainieren.

Insgesamt 16 Ehrenamtliche vom Löschzug Schweicheln-Bermbeck nehmen an der Schulung teil. Viele von ihnen sind erst seit kurzem dabei. »Für sie geht es darum, Erfahrungen für den Einsatzalltag zu sammeln«, sagt Torge Brüning, Leiter des Löschzugs.

Verschiedene Einsatzlagen nachstellen

Mit dem Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz, Gerätewagen-Logistik und Mannschaftstransporter haben sich die Wehrleute auf den Weg ins 100 Kilometer entfernte Münster gemacht.

Das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) ist mit 150 Mitarbeitern und 300 Internatsplätzen die größte Landesfeuerwehrschule in Deutschland. Für die praktische Ausbildung der Führungskräfte gibt es in Münster-Handorf ein etwa 2,5 Hektar großes Übungsaußengelände und eine riesige Übungshalle. Sie misst eine Grundfläche von 7000 Quadratmetern und ist zum Teil 30 Meter hoch. In dem Gebäude können die unterschiedlichsten Einsatzlagen nachgestellt werden.

Puppen als Opfer

Christian Servos, Dozent am IdF, übernimmt das Training der Feuerwehrleute aus der Heimat. Bevor es los geht, erläutert der Brandrat den multifunktionalen Gebäudekomplex. Ein- und Mehrfamilienhaus, Arztpraxis, Bistro, Kraftfahrzeugwerkstatt, Abfüllstation für Chemikalien und Hochregellager wurden als Kulissen nachgestellt. Selbst ein Krankenhaustrakt mit Bettenzimmern und Laboren verschiedener Sicherheitsstufen sind zu Übungszwecken vorhanden. Herzstück der Anlage ist die computergesteuerte Simulationstechnik. Per Knopfdruck können eine Reihe von Übungspuppen »zum Leben erweckt« werden. Die machen sich dann an den Fenstern »bemerkbar«, während Licht-, Rauch- und Geräuscheffekte für ein authentisches Einsatzszenario sorgen.

»Das muss zügiger gehen.«

Dann drückt der IdF-Trainer einige Tasten auf dem Bildschirm seines Tabletcomputers und die zentrale Nebelversorgung füllt die Kraftfahrzeugwerkstatt mit Rauch. »Ein Techniker, der die Steuerung für die Hebebühne kontrolliert hat«, wird vermisst, so lautet die Einsatzlage. Durch ein großes Tor fahren Einsatzfahrzeuge auf die »Hallenstraße«. Die Feuerwehrleute bauen einen Löschangriff auf und der Angriffstrupp rettet den »Techniker«, eine Dummy-Puppe, unter Atemschutz. Servos ist nicht zufrieden: »Das muss viel zügiger gehen. Der Mann muss so schnell wie möglich da raus!« Die Hiddenhauser beherzigen die Hinweise des Ausbilders, sodass sie beim folgenden Einsatz einen »vermissten Mitarbeiter« bereits nach drei Minuten in Sicherheit bringen können. Weitere Notfälle fordern Können und Improvisationstalent der Einsatzkräfte heraus.

Im Verlaufe des Tages haben die Ehrenamtlichen acht Übungseinsätze gemeistert und dabei viele wichtige Erkenntnisse gewonnen. »Bei nächster Gelegenheit geht es wieder zum Feuerwehrinstitut nach Münster«, sagt Löschzugchef Torge Brüning.

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