Vorsitzender Peter Bubig hört nach zwölf Jahren auf und will in die Politik
Saubere Arbeit: Herforder Bismarckturm ist wieder schick

Herford (WB). Wenn am Sonntag die Bismarckturm-Saison beginnt, geht allmählich eine Ära zu Ende: Es ist die letzte Amtszeit von Peter Bubig. Anfang 2020 ist Schluss – nach zwölf Jahren als Vorsitzender der Turmfreunde. Zur Ruhe will sich der 61-Jährige aber nicht setzen. Im Gegenteil.

Montag, 01.04.2019, 08:08 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 08:10 Uhr
Die Turm-Zeit beginnt am Sonntag: Peter Bubig geht in die letzte Saison als Vorsitzender. Stellvertreterin Regina Hensel würde das Amt übernehmen – wenn sie gewählt wird. Sie sagt aber: »Nix ist fix.« Foto: Moritz Winde
Neue Öffnungszeiten: Der Turm ist für Besucher von 11 bis 17 Uhr besteigbar. Am Sonntag, 7. April, startet die Saison. Musik gibt’s von André Deininger (14-16 Uhr).

Neue Öffnungszeiten: Der Turm ist für Besucher von 11 bis 17 Uhr besteigbar. Am Sonntag, 7. April, startet die Saison. Musik gibt’s von André Deininger (14-16 Uhr). Foto: Moritz Winde

»Ich will mich in Zukunft in meiner Heimat Hiddenhausen politisch engagieren«, verriet Peter Bubig im Gespräch mit dieser Zeitung beim Frühjahrsputz des Herforder Wahrzeichens.

Etwa 20 Bismarckturmfreunde waren am Samstag zum Stuckenberg gekommen, um die 127 Stufen des 23 Meter hohen steinernen Riesens von Staub, Schmutz und Spinnweben zu befreien. Man glaubt ja gar nicht, was sich in den Wintermonaten an Dreck ansammelt...

Details zu seinen Zukunftsplänen äußerte Peter Bubig nicht. Welche Partei? Welche Funktion? Welche Ziele? All diese Fragen ließ er unbeantwortet. »Das ist noch zu früh. Wenn es soweit ist, werde ich es bekannt geben.« Er stehe in Kontakt mit mehreren Fraktionen. »Einige haben mich angesprochen.«

»Möchte kein zweiter Jogi sein«

Kommentar

24 Jahre gibt es den Freundeskreis Bismarckturm Ende 2019. Die Hälfte dieser Zeit hatte Peter Bubig dann das Sagen. Gemeinsam mit Regina Hensel hat er den Verein zu einem der größten in Herford gemacht.

Das Denkmal im Stuckenberg ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern zieht Besucher über Herfords Grenzen an. Sein Rückzug kommt überraschend, verdient aber Respekt. Zu viele kleben an Posten, ohne zu merken, dass ihre Zeit abgelaufen ist.

Nun will der 61-Jährige in der Hiddenhauser Politik mitmischen – ein mutiger Schritt, der klappen könnte. Bubig ist super vernetzt, weiß als Kripobeamter wie Behörden ticken und sagt seine Meinung. Ideale Voraussetzungen, um etwas zu bewegen. Moritz Winde

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Viele fragen sich, weshalb sich Peter Bubig nicht erneut zur Turmchef-Wahl aufstellt? Schließlich hat er den Verein gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Regina Hensel zu einem der größten in Herford gemacht. Derzeit gibt es 608 Mitglieder, es waren sogar schon mal 628.

Seine Begründung zum Rückzug: »Ich will nicht, dass die Leute irgendwann sagen: ›Was will der Knallkopp eigentlich noch da oben?‹ Ich glaube, es ist an der Zeit, den Posten zu räumen, damit andere neue Impulse setzen – auch wenn es mir sehr schwer fällt.«

Peter Bubig vergleicht die Situation mit der von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Der habe nicht erkannt, wann es Zeit gewesen sei zu gehen. »Stattdessen hat er eine Weltmeisterschaft in den Sand gesetzt. So etwas soll mir nicht passieren. Ich möchte kein zweiter Jogi sein.«

Turm sollte mal abgerissen werden

Zum Turm ist der Schweichelner gekommen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Günther Sauder – der 2017 verstorbene Ehrenvorsitzende des Freundeskreises – habe ihn angequatscht, ob er nicht Lust habe, mitzumachen. Er habe spontan Ja gesagt – es wurde Liebe auf den ersten Blick.

1906 wurde der Turm von Bürgern aus Dankbarkeit und Anerkennung für die Einigung des Deutschen Reichs 1871 durch Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck gebaut. Die Herforder bezahlten den Bau aus eigener Tasche. Sie sammelten 15.500 Reichsmark.

Kaum zu glauben: Das beliebte Ausflugsziel sollte tatsächlich mal abgerissen werden. Einer kleinen Gruppe von Idealisten ist es zu verdanken, dass das tote Denkmal – es war lange Zeit mit einem Bretterzaun abgesperrt – wieder lebt.

Seit 1996 können Besucher wieder die steile Treppe hinaufklettern und bei gutem Wetter einen herrlichen Ausblick genießen. Die neue Saison beginnt am 7. April um 11 Uhr. Peter Bubig sagt, er wolle dem Turm und dem Freundeskreis weiter treu verbunden bleiben – aber eben nicht mehr als Chef.

Neue Möbel: Andrea und Frank Niekamp machen es sich gemütlich.

Neue Möbel: Andrea und Frank Niekamp machen es sich gemütlich. Foto: Moritz Winde

 

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