Nach 40 Stunden und 2000 Kilometern Fahrt sind Reiter aus Polen zurück Gestohlene Pferde sind wieder da

Hiddenhausen (WB). Die gestohlenen Pferde aus Hiddenhausen sind wieder da! Nach einer abenteuerlichen Fahrt nach Polen wurden die Ponys tatsächlich in der Nähe von Danzig gefunden. Sie waren bereits weiterverkauft worden. Die neue Besitzerin gab die Tiere zurück.

Ganz unruhig ist El Bandito. »Nach so einem Abenteuer sind selbst Pferde traumatisiert«, sagt Janina Zwaka, die ihr Glück über die Rückkehr ihres Ponys kaum fassen kann.
Ganz unruhig ist El Bandito. »Nach so einem Abenteuer sind selbst Pferde traumatisiert«, sagt Janina Zwaka, die ihr Glück über die Rückkehr ihres Ponys kaum fassen kann.

Wenn die jungen Frauen aus dem Stall am Reiterweg in Hiddenhausen von den Aufregungen der letzten Tage berichten, müssen einige sofort weinen. Nina Maurer kann ihre Tränen nicht zurückhalten: »Es ist ein Schock für jeden Pferdebesitzer, wenn das geliebte Tier plötzlich weg ist.«

Fahrt über holprige Straßen

Sie hatte am Samstagmorgen gegen 6 Uhr die leeren Stallboxen vorgefunden. »Ich habe sofort alle aus dem Stall angerufen. Innerhalb einer Viertelstunde waren 20 Leute auf der Reitanlage. Wir haben alles abgesucht, sogar den angrenzenden Wald.« Schnell sei klar gewesen, dass die drei Ponys gestohlen worden waren.

»Ich war nur noch in Schockstarre. Seit fünf Jahren gehört El Bandito doch zu unserer

Überglücklich sind diese Frauen von ihrer abenteuerlichen Fahrt nach Polen wieder zurück im Stall in Hiddenhausen: (von links) Claudia und Janina Zwaka, Jana Prager und Julia Sudmann. Foto: Hillebrenner

Familie«, berichtet Janina Zwaka, die ihr schwarzes Pony endlich wieder hat. Es ist Mittwochmittag, seit 40 Stunden ist sie auf den Beinen. Sie ist angeschlagen von den Erlebnissen, von der langen Polenreise, von der turbulenten Fahrt über holprige Straßen. »Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal geschlafen habe. Das macht aber nichts. Ich bin glücklich wie nie.« Und Jana Prager ergänzt: »Wir sind noch so aufgeregt und können unser Glück über die Rückkehr der Pferde kaum fassen.«

Kontakt mit der Polizei

Als über eine Polin der Hinweis über den möglichen Aufenthaltsort der entführten Vierbeiner bekannt wurde, zögerten die Reiter nicht lange. »Ich habe sofort einen Pferdetransporter beauftragt, selbst hätten wir vor lauter Nervosität nicht fahren können. Am Montagmorgen sind wir dann gestartet«, berichtet die Besitzerin der beiden entführten Pferde Honeymoon und Claire.

Ihren Namen will sie nicht nennen, sie ist diejenige, die in engem Kontakt zur Polizei steht. »Während der Fahrt haben wir immer in Verbindung gestanden«, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. Während der Telefonate habe er immer wieder die Furcht, die Hoffnung, aber auch die Wut der Frauen gespürt. »Es waren große Gefühlsausbrüche.«

Neue Besitzerin kooperativ

Nach fast 1000 Kilometern erreichte die Gruppe schließlich einen Vorort von Danzig. Die neue Besitzerin hatten sie schon ausfindig gemacht. »Sie war sehr kooperativ. Sie wusste nicht, dass die Pferde in Deutschland seit Samstag vermisst wurden«, sagt Janina Zwaka. Die polnische Polizei, die inzwischen von der Herforder Behörde informiert worden war, habe bei der Suche und den Ermittlungen noch nicht helfen können. »Sie haben uns um ein offizielles Rechtshilfeersuchen gebeten«, so Maser.

Die Reitergruppe selbst hatte nach der Ankunft Kontakt zu einer Kanzlei in Danzig aufgenommen, um für die polnische Käuferin der Ponys ein Schriftstück in der Hand zu haben. Die Frau habe schließlich Geld für die Tiere bezahlt.

Dankbar für Unterstützung

Noch in der Nacht ging die Fahrt zurück nach Hiddenhausen – 1000 Kilometer Hinweg, 1000 Kilometer Rückweg. »Das war uns egal. Wir waren einfach nur froh, dass alles gut gegangen ist«, sagt Nina Maurer. Die Pferde sollen jetzt ihr Abenteuer verarbeiten. Janina Zwaka: »Auch Pferde können traumatisiert sein. Aber wir haben sie immer wieder beruhigt. Und sie haben gemerkt, dass sie nun zu Hause sind.«

Die Reiter selbst sind einfach nur dankbar, dass sie innerhalb des Vereins und über die sozialen Medien so große Unterstützung erfahren haben. Claudia Zwaka: »Wir hoffen jetzt, dass die Täter gefasst werden.« Über den aktuellen Ermittlungsstand will die Polizei derzeit nichts sagen.

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