Rettungseinsatz in der Dieselstraße – drei Männer verletzt
Schornstein verstopft: Kohlenmonoxid entweicht nicht

Hiddenhausen (WB). Ein verstopfter Schornstein hat am Dienstag für einen größeren Einsatz der Feuerwehr Hiddenhausen gesorgt. Die Verstopfung hatte im Heizungsraum bei der Firma Budich International in der Dieselstraße für eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzen-tration gesorgt.

Dienstag, 05.03.2019, 16:55 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 09:28 Uhr
Der Löschzug Eilshausen der Feuerwehr Hiddenhausen war gestern Mittag bei Budich im Einsatz.

Drei Mitarbeiter halten sich am frühen Mittag im Heizungsraum des Unternehmens, das Reinigungsmittel entwickelt und produziert, auf. Plötzlich wird einem von ihnen übel. Der Mann bricht zusammen. Die beiden Kollegen informieren den Rettungsdienst. Vor Ort stellen die Rettungsdienstler, die standardmäßig ein Messgerät an der Kleidung tragen, schnell eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration fest.

Augenblicklich, um 12.10 Uhr, wird die Feuerwehr alarmiert. »Wir sind vom Löschzug Eilshausen mit fünf Fahrzeugen und 20 Leuten angerückt. Zusätzlich kam der Gerätewagen Messtechnik aus Herford«, informiert Einsatzleiter Bernd Gante vor Ort.

Alle Mitarbeiter untersucht

Die Messgeräte im Gerätewagen können die CO-Werte genau erfassen. Die drei Männer aus dem Heizungsraum werden ins Krankenhaus gebracht. Zudem wird die ganze Firma evakuiert. Alle 30 Mitarbeiter, die am Mittag im Haus waren, müssen das Gebäude verlassen. »Vorsorglich haben sich auch diese Mitarbeiter einer Messung unterziehen müssen, um auszuschließen, dass das Gas auch sie erwischt hat«, meint Gante.

Kohlenmonoxid sei ein Gas, das nicht rieche, nicht sichtbar sei und auch nicht geschmeckt werden könne. Demzufolge hätten die Mitarbeiter im Heizungsraum die erhöhte Konzentration auch nicht ohne Weiteres entdecken können. »Das merkt man erst, wenn einem schlecht wird«, sagt der Einsatzleiter.

Heizung abgeschaltet

Zur Klärung der Ursache wird Schonsteinfeger Michael Heise hinzugerufen. »Bei dem Schornstein handelt es sich um ein dreischaliges Modell. Äußere und innere Schale sind aus Stahl, dazwischen ist eine Dämmung«, erklärt Heise. Der Schornstein habe schon ein »paar Jahre auf dem Buckel«. Die innere Schicht sei durchgerostet und die Dämmung nach unten gerutscht. »Da war der Schornstein dicht und das Gas konnte nicht mehr raus«, so der Schornsteinfeger.

Heise rät, eine Fachfirma einzuschalten. Noch während des Einsatzes wird die Heizungsanlage abgeschaltet. Laut Heise muss zunächst der Schornstein aufgeschnitten und die Dämmung entfernt werden. Und zur Beruhigung aller Mitarbeiter: Wenn das geschehen sei, könne die Heizung erst einmal wieder eingeschaltet werden. Darüber hinaus empfiehlt der Fachmann die Sanierung des Schornsteins.

Um 14.30 Uhr ist der Einsatz der Feuerwehr inklusive aller Kontrollen am Schornstein beendet. Alle Mitarbeiter – außer den drei Männern aus dem Heizungsraum – sitzen wieder an ihren Arbeitsplätzen.

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