Comedian Dirk Bielefeldt bringt seine Kunstfigur auf die OPG-Bühne
Herr Holm ist neben der Spur

Hiddenhausen (WB). Dirk Bielefeldt ist für seine Rolle als selbst ernannter Polizist Herr Holm bekannt. Nun will er das Gelände neben der Spur erkunden – fernab des Berufsalltags der Gesetzeshüter.

Sonntag, 03.02.2019, 18:06 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 09:06 Uhr
Dirk Bielefeldt alias Herr Holm beschäftigt sich mit allen möglichen Themen – eben das, was ihn im Alltag bewegt: Midlife-Crisis, seine Schulzeit, Gesellschaft, Technik und Fitnessstudios. Dabei scheint aber manchmal der rote Faden zu fehlen. Foto: Sophie Hoffmeier

Seit 1991 steht Herr Holm nun schon auf der Bühne – er weiß also, wie es läuft. Nach acht verschiedenen Programmen und annähernd 2000 Aufführungen sucht er »Neben der Spur« nach ganz neuen Themen. Dafür tauscht der Mann mit der Hornbrille seine Uniform gegen ein kariertes Hemd und eine Trainingsjacke.

»Wer richtig hoch hinaus will, der muss klettern auf der Karriereleiter. Doch irgendwann geht es hinab«, prognostiziert Herr Holm. Doch da müsse keiner Angst haben, schließlich sei eine Talfahrt mit dem Fahrrad doch deutlich angenehmer und die schiefe Bahn habe doch auch etwas für sich.

Digitalisierung angekommen

Die Digitalisierung ist inzwischen bei dem Bühnenurgestein angekommen. Er hat bei seinem Auftritt auf der Kleinkunstbühne in der Olof-Palme-Gesamtschule eine Leinwand dabei, hinter die er tritt, um kurz darauf in seinem Keller aufzutauchen. Von dort holt er sich immer wieder neue Gegenstände und schiebt sich sogar ein ganzes Klavier heraus. Allerdings spielt er hauptsächlich auf einer Ukulele mit E-Gitarrensound, die er wie ein Rocker zu spielen weiß, während er dann doch über die Polizei singt.

Sein Keller-Fundus hält noch mehr bereit: Bauchredner-Partner von Herrn Holm ist an diesem Abend ein Hundekot-Beutel, der ziemlich ausführlich von seinen Erfahrungen im »Transportgeschäft« berichtet. Mit dabei ist außerdem seine technische Handy-Assistentin Emma. Mit Sprüchen wie »Was ist der Unterschied zwischen einem Polen und einem Arzt? Der Pole weiß, was dir fehlt« grätscht sie ihm ins Programm.

Und auch sonst lässt sie sich nicht gerne den Mund verbieten. Ihre Informationen zur Großgemeinde will sie unbedingt vollständig mit dem Publikum teilen. »Hiddenhausen hat 19.000 Einwohner – Schweine und Hühner nicht mitgerechnet«, frotzelt sie.

Glühbirnensteuerung per Handy

Und Herr Holm? Der fügt sich seinem Schicksal, auch wenn er sich fragt, wie weit das noch mit der Technik gehen soll. Mit seinem Handy kann der 61-Jährige so ziemlich alles steuern – sogar die Glühbirnen bei sich zu Hause in Hamburg: »Das ist doch Komfort wenn sich das Licht schon einmal einspielt.« Ebenfalls in seinem Besitz ist eine intelligente Jacke voll mit Sensoren, »damit ich weiß, dass ich noch lebe.«

Der nächste Waschtermin blinkt bei dieser schon auf, in dem Moment wo sie dreckig wird. Mit einem kleinen »Hirnscanner« tritt er vor die 100 Besucher und untersucht, wie es mit deren Hirnleistung aussieht. »Er piept, wenn da oben was arbeitet«, erklärt Holm und stellt Fragen zu dem Keplerschen Gesetz. Dass es gerade bei den Bündern im Publikum besonders ausschlägt, erklärt für ihn so einiges.

Als Privatmann beschäftigt er sich mit allen möglichen Themen – eben das, was ihn im Alltag bewegt: Midlife-Crisis, seine Schulzeit, Gesellschaft, Technik und Fitnessstudios. Dabei scheint zwischenzeitlich der rote Faden zu fehlen. So besteht eine Einlage darin, wie er laut schmatzend einen Apfel isst. Sein Auftritt bewegt sich – passend zu seinen Programmtitel – immer etwas neben der Spur.

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