Mitarbeiter des Ordnungsamtes können bei sozialen Notlagen helfen
Verschuldet, überfordert, allein

Hiddenhausen (WB). Wenn der Alltag über den Kopf wächst, finanzielle Not droht oder soziale Isolation, brauchen Menschen Hilfe. Oft kommt diese aus dem Familien- oder Freundeskreis. Ist das nicht der Fall, können öffentliche Anlaufstellen ein vertrauenswürdiger und kompetenter Partner sein.

Freitag, 01.02.2019, 09:10 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 09:40 Uhr
Jörg Luttmann (von links), Yvonne Kielsmeier-Seele und Shpetim Kaludra stehen als Ansprechpartner des Ordnungsamtes allen Menschen aus Hiddenhausen zur Seite, die Beratung und Hilfe in sozialen Fragen brauchen. Foto: Daniela Dembert

Die Gemeinde Hiddenhausen kann auf ein gut ausgebautes Netz sozialer Anlaufstellen zurückgreifen wenn es darum geht, Notsituationen zu meistern. Ordnungsamtsleiter Jörg Luttmann arbeitet in Sachen soziale Beratung mit Yvonne Kielsmeier-Seele und Shpetim Kaludra von der Jugendhilfe Schweicheln zusammen. Die beiden unterstützen in erster Linie Geflüchtete bei der Integration. »Wir stehen aber auch allen anderen Bürgern helfend zur Seite«, versichert Kielsmeier-Seele.

Vermittler oder Mediator

Die Gründe dafür, dass jemand das soziale Netzwerk beansprucht, sind ebenso vielfältig wie die Lebensgeschichten, die Luttmann und seinem Team begegnen. »Manchmal droht älteren Menschen Einsamkeit, nachdem der Partner verstorben ist«, erzählt Kielsmeier-Seele. Dann sei es gut, wenn Nachbarn ein wachsames Auge hätten und gegebenenfalls eine beratende Hilfe einschalteten.

Verliert jemand seinen Arbeitsplatz, kann Wohnungslosigkeit drohen, weil plötzlich Miete und Nebenkosten nicht mehr bezahlt werden können. In solchen Fällen sei das Amt Anlaufstelle für Schuldner wie Gläubiger und könne vielfach als Vermittler oder Mediator fungieren. »Wenn zum Beispiel der Strom abgestellt wird, verhandeln wir mit dem Versorger über Zahlungsstundungen und vermitteln auch eine Schuldnerberatung«, erklärt Luttmann.

Beratung unter einem Dach

Das Netzwerk der sozialen Beratungs- und Anlaufstellen sei eng gestrickt. »Zum Glück sind viele davon unter einem Dach, so dass wir kurze Wege haben und Menschen direkt begleiten können«, sagt der Ordnungsamtsleiter. Zu den kooperierenden Stellen gehören das Jobcenter und andere Leistungsträger, der Verein »Gemeinsam statt einsam«, der sich für soziale Teilhabe älterer Menschen einsetzt, die Pflegeberatung des Kirchenkreises und des Kreises Herford, der sozialpsychologische Dienst, das Amtsgericht, das Jugendamt, das kommunale Inte-grationszentrum, die Schuldnerberatung und der Sozialberatungsdienst der Diakonie.

»Wir schauen immer sehr individuell, welche Anlaufstelle oder Maßnahmen zur Lösung eines Problems hilfreich sind«, versichert Shpetim Kaludra. Manchmal bedürfe es nur eines kleinen Anschubses in die richtige Richtung. »Gerne binden wir Menschen, die Anschluss suchen, auch als Ehrenamtliche in unsere Arbeit im Café Miteinander ein«, erzählt Yvonne Kielsmeier-Seele. Das sei dann eine echte Win-Win-Situation.

Frühzeitig Hilfe suchen

Häufig werde mit einem Gang zur Beratungsstelle gewartet bis die Lage akut sei und nicht mehr viele Möglichkeiten der Bewältigung bestünden. Shpetim Kaludra rät Betroffenen, sich frühzeitig zu melden. Das eröffne einen größeren Handlungsspielraum. »Eine Beratungsstelle bietet Rückhalt«, sagt der Ordnungsamtsmitarbeiter, »wenn man es nachher doch alleine schafft«.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Hiddenhausen sind unter folgenden Telefonnummern zu erreichen: Jörg Luttmann, Telefon 05221/964328, Yvonne Kielsmeier-Seele, Telefon 05221/964232, und Shpetim Kaludra, Telefonnummer 05221/ 964223.

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