Jan Ole Fischer macht Ausbildung zum Allgemeinmediziner Eilshauser Hausarzt findet Nachfolger

Hiddenhausen (WB). Einen Nachfolger für eine Hausarztpraxis zu finden, ist heutzutage nicht leicht. Umso mehr freuen sich Christiane Possehn und Karl-Hermann Killmer, dass sie in Jan Ole Fischer einen Weiterbildungsassistenten gefunden habe, der später auch in ihre Praxis eintreten will.

Von Ruth Matthes
Christiane Possehn und Karl-Hermann Killmer freuen sich mit Jan Ole Fischer (links) einen Weiterbildungsassistenten gewonnen zu haben, der auch Experte für Sonografie ist. Ende 2019 wird er als Nachfolger von Killmer in die Hausarztpraxis eintreten.
Christiane Possehn und Karl-Hermann Killmer freuen sich mit Jan Ole Fischer (links) einen Weiterbildungsassistenten gewonnen zu haben, der auch Experte für Sonografie ist. Ende 2019 wird er als Nachfolger von Killmer in die Hausarztpraxis eintreten. Foto: Ruth Matthes

Der gebürtige Bünder, der in Marburg Medizin studierte, ist bereits Facharzt für Innere Medizin und war zuletzt am DRK-Klinikum in Kassel angestellt. »Ich habe in der Gastroenterologie viel mit Sonografie zu tun gehabt«, erklärt der 35-Jährige. Damit der Kollege sein Wissen auf diesem Gebiet auch weiterhin anwenden kann, hat die Gemeinschaftspraxis sich ein Sonografiegerät angeschafft.

Der gesamte Mensch

Seit Anfang April macht Fischer seine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin bei den Eilshauser Ärzten. »Ich habe schon länger darüber nachgedacht, mich als Allgemeinmediziner zu qualifizieren«, blickt er zurück. Im Krankenhaus habe er wenig Zeit für den einzelnen Patienten gehabt. Außerdem sei sein Einsatzbereich begrenzt gewesen. »Als Allgemeinmediziner hat man mit dem gesamten Menschen zu tun und auch mit allen Altersgruppen. Das reizt mich«, sagt Fischer. Außerdem wollte der junge Familienvater – seine Tochter ist 19 Monate alt – wieder zurück in die heimische Region. Nun fährt er täglich von Bad Salzuflen nach Eilshausen. Seine Frau, Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, hat dort eine Stelle.

Die größten Unterschiede zur Klinik hat Fischer bereits ausgemacht: »Hier arbeite ich viel mehr mit den Händen und meinen sieben Sinnen als mit Geräten. Ich habe kein Labor mit 400 Werten und muss lernen, im richtigen Moment abzugeben.« Auch die Bürokratie sei nicht ohne.

18 Monate Weiterbildung

Seine Weiterbildung dauert 18 Monate. Am Ende muss Fischer eine mündliche Prüfung ablegen. Geplant ist, dass er Ende 2019 mit Christiane Possehn die Praxis weiterführt, wenn Killmer mit 65 Jahren in den Ruhestand geht.

Doch wie hat es der Hausarzt geschafft, einen Nachfolger zu finden? »Ich bin in der Prüfungskommission für medizinische Fachangestellte in Bünde tätig«, berichtet Killmer. »Bei der Gelegenheit erfuhr ich von einer Bekannten von Herrn Fischer, dass dieser in die Region zurückkehren wollte.« Seinen Kollegen in ähnlicher Situation kann Killmer nur empfehlen, rechtzeitig Ausschau zu halten und Kontakte zu den Kliniken und Studenten aufzubauen.

Gemeinschaftspraxis attraktiv

In der vorigen Woche hat Jan Ole Fischer bereits an einem Gespräch beim Bürgermeister teilgenommen, bei dem es darum ging, mit den Hausärzten zu klären, wo deren Probleme liegen und wie die Gemeinde helfen könne, damit in zehn Jahren, wenn die Rentenwelle einsetzt, keine Unterversorgung auftritt. »Natürlich sollte ich berichten, wieso ich nach Hiddenhausen gekommen bin«, erzählt Fischer. Neben den genannten Gründen sei auch die Tatsache wichtig gewesen, dass er mit einer Einarbeitungszeit in eine gut gehende Praxis einsteigen kann, in einer Gemeinde, die noch gut mit Hausärzten versorgt sei. Hier sei er nicht allein für eine riesige Fläche zuständig. Auch das Modell der Gemeinschaftspraxis sei attraktiv. Dass er auch Hausbesuche macht, ist für den kommunikationsfreudigen Arzt eine Selbstverständlichkeit.

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