»Kultur in der Provinz« Teil II: Ausstellungen und Kindertheater Figurentheater, Malerei und Fotografie

Hiddenhausen (WB). Neben der Kleinkunst mit Musik, Comedy und Kabarett sind auch Kindertheaterstücke und Ausstellungen fester Bestandteil der Reihe »Kultur in der Provinz«. Sieben Veranstaltungen hat Christian Grube vom Kulturamt für die erste Jahreshälfte 2018 geplant.

Von Ruth Matthes
Das Wolfsburger Figurentheater gastiert am 25. April mit »Cowboy Klaus und sein Schwein Lisa« in der Gemeindebücherei.
Das Wolfsburger Figurentheater gastiert am 25. April mit »Cowboy Klaus und sein Schwein Lisa« in der Gemeindebücherei.

Kindertheater

Die Theatervorführungen in der Gemeindebücherei erfreuen sich großer Beliebtheit. »Während das Kleinkunstprogramm es gegen die Konkurrenz der Nachbarstädte und der digitalen Medien etwas schwer hat, ist das Kindertheater stets bestens besucht«, erklärt Grube. Dies sei sehr erfreulich, denn das Theater habe nur dann Zukunft, wenn schon die Kinder dessen Faszination erlebten.

Den Aufakt macht am Mittwoch, 7. März, um 16.30 Uhr Chris Kramer, der eine »Musikalische Lesereise für Kinder« anbietet. In einer Mischung aus Lesung und Mitmach-Konzert erzählt er Kindern von fünf bis zwölf Jahren die Geschichte der kleine Mundharmonika, die bei den Menschen sehr beliebt ist, von den anderen Instrumenten aber als besseres Spielzeug verhöhnt wird.

Geschichte von Lindgren

Am Mittwoch, 11. April, um 16.30 Uhr ist das Mülheimer Figurentheater mit dem Puppenspiel »Lotta zieht um« für Kinder ab fünf Jahren zu Gast. Die Familiengeschichte von einem Mädchen, das nach einem Streit mit seiner Mutter zu Tante Berg zieht, basiert auf einer Geschichte von Astrid Lindgren.

»Cowboy Klaus und sein Schwein Lisa« sind am Mittwoch, 25. April, ab 16.30 Uhr in der Bücherei zu Gast. Das Wolfsburger Figurentheater präsentiert dieses Wildwest-Abenteuer nach dem Kinderbuch von Eva Muszynski und Karsten Teich für Kinder ab vier Jahren.

Schüler stellen aus

Den Reigen der Ausstellungen in der Rathausgalerie eröffnen am Freitag, 19. Januar, um 19 Uhr Schüler aller Jahrgangsstufen der Olof-Palme-Gesamtschule. »O(riginell) P(oppig) G(emeinsam)« lautet der Titel ihrer Ausstellung, die anlässlich des 30-jährigen Schuljubiläums den Namen der Schule in den Fokus rückt. Neben Gemälden und grafischen Arbeiten zeigen die Nachwuchskünstler auch Plastiken und Skulpturen sowie (Foto-)Collagen, die im Rahmen des Unterrichts und der Kunst-AGs entstanden sind.

Unter dem Titel »Verschleppt und vergessen« ist ab Dienstag, 27. Februar, in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium »Erinnern, Forschen und Gedenken« aus Herford eine Ausstellung über die Zwangsarbeit im Raum Herford in den Jahren 1939 bis 1945 zu sehen. »Europa arbeitet in Deutschland« lautete damals die NS-Propaganda. 10 Millionen Menschen aus 20 Ländern wurden verschleppt, arbeiteten für den Krieg. Ebenso viele schufteten in den besetzten Gebieten. Der Kreis Herford und die Gemeinde Hiddenhausen bildeten da keine Ausnahme. In der Ausstellung, die bis 13. April zu sehen ist, werden unter anderem das Leid von 350 polnischen Zwangsarbeitern in Sundern und die Verbrechen der deutschen Geschäftsführung, sowie die Geschichte eines Russen, der bei einem Bauern arbeitete und in einem Lager ermordet wurde, dokumentiert. Helga Kohne hält am 10. April um 19 Uhr, einen Begleitvortrag. Die Betreuung von Schulklassen ist möglich. Kontakt: Christoph Laue, Telefon 05221/ 132213.

Flächen und Kontraste

Der Lippinghauser Gerd Limberg schließt sich am 20. April um 19 Uhr mit einer Gemäldeausstellung an. »Mir ist schon klar, dass mit Malerei den bedrückenden globalen Entwicklungen nichts entgegengesetzt werden kann«, sagt der Künstler. »Doch die kreative Beschäftigung mit dieser Problematik ist mir ein Bedürfnis. Anregungen finde ich in Broschüren von Hilfs- und Umweltorganisationen, Zeitungen, Filmdokumentationen aber auch auf eigenen Fotos.« So entstehen dann sowohl realistische als auch abstrakte Bilder. Dabei fasziniert Limberg stets die Auseinandersetzung mit Farben, Flächen, Kontrasten, Linien und Strukturen.

Sebastian Olschewski zeigt vom 8. Juni (Eröffnung 19 Uhr) an ebenfalls Beispiele seines Schaffens. Dazu gehören die abstrakte Fotografie, naturfotografischen Arbeiten, Portraits- und Reportagen.

Finanzierung

Insgesamt hat Christian Grube einen Kulturetat von 89.000 Euro zur Verfügung. Davon wird auch die Celtic Night auf Gut Bustedt bezahlt. »2015 drohte nach dem Wegfall des Sponsorings von Eon eine Finanzierungslücke von 40.000 Euro, diese konnte glücklicherweise durch Ausschüttungen von Westfalen Weser Energie ausgeglichen werden«, erläutert Grube.

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