Hundebesitzer Günter Kirchner (78) aus Hiddenhausen trauert um seinen Dackel Rentner fragt: Wer hat Wotan vergiftet?

Hiddenhausen (WB). Vor einigen Tagen saß er noch kuschelnd mit ihm auf dem Sofa, jetzt ist Günter Kirchners Langhaardackel tot. Der Rentner hat eine böse Vermutung: »Mein Wotan wurde vergiftet.«

Von Charlotte Steinbach

Tier wurde plötzlich ganz unruhig

Das Drama begann am späten Abend des 11. März. Am Nachmittag war er noch mit seiner Ehefrau und Wotan an der Saline in Bad Salzuflen spazieren. Da war noch alles gut. »Das Elend fing damit an, dass Wotan gegen 22 Uhr ganz unruhig wurde. Da habe ich ihn noch einmal in den Garten gelassen. Bereits nachdem wir aus Bad Salzuflen wieder da waren, hat er eine Runde ums Haus gedreht«, berichtet der 78-Jährige, der in der Nähe des Freibades wohnt. Manchmal benötige Wotan um die späte Zeit Freilauf, eigentlich nichts Ungewöhnliches.

Blutiges Erbrechen

Nach dem Rundgang aber habe sich sein Hund merkwürdig benommen. »Erst fing Wotan an zu husten. Als ich ihn auf meine Arme nahm, zitterte er am ganzen Körper«, schildert er. So etwas hatte Günter Kirchner vorher noch nicht erlebt. Besonders schlimm für den Hundebesitzer: Wotan spuckte plötzlich Blut. »Dreimal in der Nacht musste ich aufstehen, weil er sich immer wieder erbrochen hat. Überall auf dem Küchenfußboden war Blut«, erzählt er kopfschüttelnd.

Der 78-Jährige ist sich sicher: »Wotan muss bei einem seiner Garten-Rundgänge Giftköder aufgespürt und gefressen haben.« Die Symptome bestätigen seine Vermutung: Bluterbrechen, Zittern und Husten sind eindeutige Anzeichen für eine Vergiftung. Wer hat Wotan das bloß angetan? Gibt es in Hiddenhausen Hundehasser? »Alle aus der Nachbarschaft sind sehr tierlieb und besitzen selber Haustiere«, sagt der Rentner. In Bad Salzuflen habe er seinen Dackel immer an der Leine geführt.

Zu große Schmerzen

Nach der dramatischen Nacht, brachte Günter Kirchner seinen Wotan am anderen Morgen zum Tierarzt. Das Tier bekam Injektionen, außerdem wurde es geröntgt. Doch die Hilfe kam zu spät. Günter Kirchner: »Der Arzt sagte mir, dass er nichts mehr für Wotan tun könne. Mein armer Dackel musste wegen seiner zu großen Schmerzen eingeschläfert werden.«

Kein neuer Hund

Zwölf Jahre lang haben sich die Kirchners liebevoll um Wotan gekümmert. Bestürzt über Wotans Tod sitzt Günter Kirchner heute eingesackt in seinem Sessel und berichtet mit traurigem Blick: »Die Kinder konnten mit ihm spielen und brauchten keine Angst vor ihm zu haben. Für meine an Parkinson leidende Frau war er ein großer Halt.« Er sei ein wichtiger Teil der Familie gewesen. Kurz vor seinem Tod hatte Günter Kirchner noch Wotans Lieblingsfutter gekauft. Das hat er nun seinen Nachbarn geschenkt. Einen neuen Hund will er sich nämlich nicht anschaffen.

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