Verband in Herford: Deutsche Unternehmen spüren Corona-Folgen
Möbelexporte brechen ein

Herford (WB/ef) -

Das Exportgeschäft der deutschen Möbelindustrie hat im vergangenen Jahr unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten. Nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamts sanken die Möbelausfuhren um 4,5 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. „Dabei haben sich vor allem die Lockdowns in vielen Ländern bemerkbar gemacht“, sagt Jan Kurth, Geschäftsführer der Möbelverbände.

Montag, 08.03.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 18:12 Uhr
Jan Kurth ist Geschäftsführer der Möbelverbände in Deutschland. Foto: VdM

Dank guter Geschäfte im vierten Quartal fiel der Rückgang weniger deutlich als zunächst erwartet aus. Bis Ende September hatte das Minus im Vergleich zum Vorjahr noch bei 7,3 Prozent gelegen.

Unter den großen europäischen Absatzmärkten entwickelte sich Großbritannien – das fünftwichtigste Exportland für die deutsche Möbelindustrie – am schwächsten. Die Verkäufe deutscher Möbel in das Vereinigte Königreich sanken um 9,3 Prozent auf 421 Millionen Euro. Weitere Märkte in der EU: Frankreich (-5,6 Prozent), Österreich (-3,5), Belgien (-5,1) und Spanien (-10,2) verzeichnet. Dagegen zogen die Exporte in die Schweiz deutlich an (plus 6,5 Prozent).

Stark rückläufig entwickelten sich die Möbelverkäufe in die Vereinigten Staaten (-14,6 Prozent), den wichtigsten außereuropäischen Absatzmarkt. Die Ausfuhren nach China gingen um 5,7 Prozent zurück, wobei es zwischen den einzelnen Produktgruppen erhebliche Unterschiede gab. Für die Küchenmöbelhersteller erwies sich China mit plus 13 Prozent als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte.

Höherer Aufwand wegen Zollformalitäten

Beim Export nach Großbritannien macht der deutschen Möbelindustrie derzeit vor allem der zusätzliche Verwaltungsaufwand zu schaffen, wie eine aktuelle Umfrage der Möbelverbände bei ihren Mitgliedsfirmen ergeben hat. So beklagen 94 Prozent der befragten Möbelhersteller einen höheren Aufwand infolge der Zollformalitäten. „Größere Anstrengungen sind dabei insbesondere mit Blick auf die Ursprungsregeln und -nachweise nötig“.

Zudem berichtet etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen von zusätzlichen Wartezeiten an der Grenze, 30 Prozent der Betriebe verzeichnen Lieferverzögerungen. Für das laufende Jahr stellen sich 42 Prozent der Firmen auf weiter sinkende Exporte nach Großbritannien ein. Mit stabilen Ausfuhren in das Vereinigte Königreich rechnen 36 Prozent, einen Aufwärtstrend erwarten 22 Prozent der Möbelproduzenten.

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