Vom Theater bis zum Marta: Andreas Kornacki spricht über die Zukunft der Kulturangebote in Herford
Musikschule – Abschied vom Gebäude?

Herford (WB) -

Die Herforder Musikschule hat einen neuen Leiter – und Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH, lässt erahnen, dass große Aufgaben anstehen. So endet der Mietvertrag für das Gebäude an der Goebenstraße Ende 2024.

Montag, 08.03.2021, 05:30 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 09:44 Uhr
Die Musikschule: Ende 2024 endet der Mietvertrag. Andreas Kornacki geht nicht davon aus, dass er verlängert wird. Foto: Horstmann

Kornacki formuliert gewohnt vorsichtig: „Es besteht die Möglichkeit, dass wir den Mietvertrag nicht verlängern.“ Die Tendenz scheint in Richtung Abschied von der Goebenstraße zu gehen, so dass der Geschäftsführer sagt: „Wir gehen davon aus, dass wir dann eine andere Lösung haben.“

Wie diese aussieht, gehört zu den Herausforderungen, denen sich der neue Chef Guido Kostmann stellen muss. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, stellt Andreas Kornacki aber auch klar: „Der Bestand der Musikschule ist nicht gefährdet.“

Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH.

Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH.

Die Diskussion über die Zukunft von Theater und Schützenhof zeigt, dass in der Herforder Kultur gerade einiges – und zwar Grundlegendes – in Bewegung gerät. Gleichzeitig ist Corona – und die Zukunft damit auch unter finanziellen Gesichtspunkten unsicher. Andreas Kornacki bemüht ein Bild: „Wir versuchen, alle Bälle in der Luft zu halten. Aber wir wissen nicht, wie der Untergrund in einem Jahr aussieht.“ Auf jeden Fall rechnet er zum Ende des Jahres hin mit deutlich weniger Corona-Einschränkungen – auch für die Kultur.

Was die Musikschule angeht, so soll Kostmann nach seiner Einarbeitungszeit einen Plan machen, wie die Einrichtung neu ausgerichtet werden kann. Das geschehe nicht von heute auf morgen, so Kornacki: „Ein Jahr soll Herr Kostmann Zeit haben.“

Zur Kosteneinsparung könnte ein anderes Gebäude beitragen. Gleichzeitig werden nicht alle freiwerdenden Stellen neu besetzt – aber einige schon. Die Botschaft: Es muss gespart werden, aber die Existenz der Einrichtung ist nicht in Frage gestellt.

Auch nicht in Frage gestellt ist der Fortbestand von Theater und NWD – bekanntlich leistet Herford einen großen Beitrag zur Finanzierung des Orchesters . Zur Disposition stehen jedoch, wie mehrfach berichtet, die Veranstaltungsorte. Die Große Koalition aus SPD und CDU hat sich für einen Neubau an der Stelle des heutigen Stadttheaters ausgesprochen. Sowohl Konzerte als auch Theateraufführungen sollen dort stattfinden – bis zum Ende des Jahres erwartet Bürgermeister Tim Kähler einen politischen Beschluss. Sollte ihm – was wegen der Mehrheitsverhältnisse im Rat nicht zu erwarten ist – die Politik nicht folgen, müssten Stadttheater und Schützenhof aufwendig saniert werden.

Bleibt die Frage, wie es mit dem Marta weitergeht. In einem Gespräch hat Thomas Helmerking, Fraktionsvorsitzender der CDU, anklingen lassen, dass es hier Einsparpotenzial geben könnte: „Das Marta hat den größten Etat.“ Dabei verwies er auf den Personalkostenblock, betonte aber, natürlich wolle man an dem Museum festhalten.

Andreas Kornacki, auch Geschäftsführer des Marta, sagt dazu, die Politik könne nicht unmittelbar in eine GmbH eingreifen: „Wenn die Politik mittelfristig ihre Planung verändern will, muss sie mit uns reden. Meine bisherige Erfahrung in Herford zeigt mir: Wenn man miteinander spricht, findet man auch eine Lösung.“

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