Im zweiten Jahr in Folge keine Osterfeuer und keine Kirmes in der Herforder Innenstadt – Schausteller planen Pop-Up-Park
Veranstaltungs-Stopp bis Mitte April

Herford (WB) -

Landrat Jürgen Müller (SPD) und die Bürgermeister der neun Kommunen im Kreis Herford gehen davon aus, dass die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes „bis mindestens Mitte April“ verlängert wird. Das würde bedeuten, dass Veranstaltungen und Versammlungen – derzeit bis 7. März untersagt – auch bis dahin unmöglich wären.

Sonntag, 28.02.2021, 05:45 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 08:50 Uhr
Das war einmal: 2019 fand die bislang letzte Osterkirmes statt. Auch in diesem Jahr wird sie coronabedingt ausfallen. Foto: Thomas Meyer

Unter anderem beträfe das die Osterfeuer, ebenso die Osterkirmes, die ursprünglich mal für den 3. bis 11. April geplant war. „Die Stadt Vlotho hat bereits vor einiger Zeit Veranstaltungen bis Mitte April abgesagt. Das stieß in der Runde auf Zustimmung“, sagte Müller am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Verwaltungschefs rechnen mit einer entsprechenden Regelung in den kommenden Verordnungen. Bereits im vergangenen Jahr waren öffentliche Osterfeuer und die Osterkirmes abgesagt worden.

Durch die Mutationen sei die Gefahr von steigenden Infektionszahlen wieder sehr präsent. „Wir haben erlebt, wie schnell sich das mutierte Virus in Wohngruppen und Kitas ausgebreitet hat“, sagte Müller. Besonders Veranstaltungen und Versammlungen könnten jederzeit zu Ausbrüchen führen, von denen viele Menschen betroffen wären.

Der Landrat und die Bürgermeister hofften jedoch darauf, „noch in diesem Jahr zu weitgehenden Lockerungen zu kommen“. Auf Bundesebene würden hierfür bereits langfristige Pläne entwickelt.

Erlaubt bleiben – unter jeweils im Einzelfall zu beachtenden Vorgaben – unter anderem Demonstrationen, Wahlversammlungen, Blutspenden, Ausschuss- und Ratssitzungen, Beerdigungen, standesamtliche Trauungen und Gottesdienste.

Für die Schausteller ist die Nachricht eine erneute Hiobsbotschaft. „Uns ist aber bewusst, dass eine Kirmes, wie wir sie bislang gekannt habe, unter den derzeitigen Umständen einfach nicht durchführbar ist“, sagt Willi Parpalioni, Vorsitzender des Mitteldeutschen Schaustellervereins. Mit der Kirmes in der Innenstadt habe man für dieses Frühjahr sowieso nicht mehr rechnen können.

„Wir wollen die Hoffnung aber nicht aufgeben, was bleibt uns auch anderes übrig“, sagt er am Freitag. Die Hoffnung, das wäre eine sogenannte Pop-up-Kirmes, also ein zeitlich beschränkter Freizeitpark auf einem eingezäunten Gelände – sofern die Corona-Auflagen dies möglich machen.

„Der Mitteldeutsche Schaustellerverein plant daran ja bereits seit längerem. Wir hoffen, in den nächsten Wochen ein Ergebnis präsentieren zu können.“ Die Schausteller hätten mehrere potenziell geeignete Areale ins Auge gefasst. „Näheres möchte ich jetzt noch nicht sagen.“

In der Innenstadt sei so etwas aber nicht möglich. „Einen Bereich wie Auf der Freiheit abzusperren, wäre viel zu aufwendig.“ 20 bis 25 Geschäfte, darunter drei bis vier Karussells sollten es sein, „etwa ein Drittel dessen, was bei der Osterkirmes aufgebaut würde“. Mit Einlasskontrollen, einer Begrenzung der Besucherzahl und strengen Abstandsregeln würde für Sicherheit gesorgt. „Wenn Tierparks und Freizeitparks öffnen dürfen sollten, warum dann nicht ein kleine Kirmes auf einem eingezäunten Gelände?“, hofft Parpalioni auf eine Perspektive für das Frühjahr.

Einen solchen Pop-up-Park hatten Schausteller im vergangenen Jahr an der Radrennbahn in Bielefeld aufgebaut – mit riesigem Erfolg.

Die Lage der Branche sei dramatisch. „Mittlerweile sind neun Betriebe weg, für immer. Die früheren Kollegen arbeiten jetzt als Paketfahrer oder im Küchenaufbau“, sagt Parpalioni. 75 Mitgliedsbetriebe zähle der Mitteldeutsche Schaustellerverein noch.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7840334?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen nominiert
Robert Habeck überlässt die Bühne seiner Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock: Sie soll die Grünen als Spitzenkandidatin in die Bundestagswahl führen.
Nachrichten-Ticker