Die Heilige soll dem Archäologischen Fenster am Herforder Münster den Namen geben – Spendensammlung
Pusinna – einzigartig wie das Marta

Herford (WB) -

Die Heilige Pusinna, die Schutzherrin der Stadt und der Münsterkirche, soll dazu beitragen, dass Herford noch bekannter wird. Denn das Archäologische Fenster erhält den Namen der Patronin.

Donnerstag, 25.02.2021, 05:54 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 09:26 Uhr
Hier wird gebuddelt. Lars-Oliver Gehring zeigt den künftigen Namen des Archäologischen Fensters. Bernhard Farecki, Christoph Storz, Ute Blanke, Johannes Beer und Dr. Ralf Struthoff (von links) schauen zu. Foto: Hartmut Horstmann

Dies haben Vertreter des Geschichtsvereins und der Ernstmeier-Stiftung bekanntgegeben. Ferner informierten sie über einen Spendenaufruf und über die Arbeiten in dem Bereich, in dem das Archäologische Fenster entstehen soll.

Der Name: Pusinna lebte im 5./6. Jahrhundert, ihre Reliquien wurden im Jahr 860 nach Herford übertragen. Die Reichsabtei habe gehofft, durch den Besitz der Reliquien ein florierendes Wallfahrtswesen initiieren zu können, heißt es in der neuen Ausgabe des Remen­sniders, dem Mitteilungsblatt des Geschichtsvereins. Eine Reliquie findet sich bis heute in der katholischen Kirche St. Johannis-Baptist.

Das Archäologische Fenster nach einer Frau zu benennen, sei naheliegend, so die Vertreter des Geschichtsvereins. Es habe sich um ein Frauenstift gehandelt und Herford sei die Stadt der starken Frauen.

Dass der Name außerhalb von Herford keinen großen Bekanntheitsgrad hat, nehmen die Beteiligten bewusst in Kauf. Johannes Beer verweist auf das Alleinstellungsmerkmal des Namens. Das Archäologische Fenster könne eine überregionale Marke werden – ähnlich wie das Marta, das vom Namen her ebenfalls einmalig sei. „Und kleiner wollen wir nicht“, fügt der Geistliche selbstbewusst hinzu.

Die Pusinna-Reliquie in der katholischen Kirche St. Johannes-Baptist: Das Archäologische Fenster soll nach der Patronin der Stadt Herford benannt werden.

Die Pusinna-Reliquie in der katholischen Kirche St. Johannes-Baptist: Das Archäologische Fenster soll nach der Patronin der Stadt Herford benannt werden. Foto: Kommunalarchiv/Christoph Laue

Die Spenden: Wie Dr. Ralf Struthoff (Ernstmeier-Stiftung) betont, liege das finanzielle Gesamtvolumen bei mehr als vier Millionen Euro. Das Meiste sei finanziell gesichert: „Weniger als zehn Prozent fehlen.“ Jetzt geht es um die Mittel für die mediale Präsentation. Professor Matthias Wemhoff habe die Kosten mit etwa 450.000 Euro veranschlagt. Laut Lars-Oliver Gehring handelt es sich bei der Unterstützung durch Wemhoff um einen Glücksfall. Der Archäologe, der auch TV-Erfahrung („Terra X“) hat, könne die Geschichte medial auf der Höhe der Zeit vermitteln.

Gespräche mit möglichen Geldgebern sind bereits geführt worden, jetzt startet der Geschichtsverein eine Spendenkampagne. Für Beer ist dies genau der richtige Zeitpunkt, denn jetzt gibt es einen Namen für das Archäologische Fenster. Zudem soll in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Wann genau, das steht noch nicht fest – aber immerhin gibt es einen Wunschtermin, an dem das Fenster eröffnet werden soll: am 3. April 2022. Dann hat der Stifter Dieter Ernstmeier Geburtstag. Wer spenden will, kann sich unter info@geschichtsverein-herford.de an den Geschichtsverein wenden.

Die Arbeiten: Derzeit ist der Archäologe Christoph Storz am Zuge, der im Erdreich nicht nur Knochen entdeckt hat, sondern mit der Probeschachtung auch sicherstellen will, dass der künftige Bau passgenau über den alten Grabungsmauern errichtet werden kann. Dabei stieß er auf eine „massive Unterkonstruktion“. Präzision ist wichtig – oder wie es Ralf Struthoff formuliert: „Hier entsteht großes Kino.“

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