Herforder Stadttheater: Förderverein erklärt Verbundenheit – Andreas Kornacki erläutert Zeitplan für Neubau
„Mindestens noch zwei Spielzeiten“

Herford (WB) -

Das Herz hänge am alten Bau. Die Planung des OWL-Forums betrachte man daher mit einer „gesunden Skepsis“. Auf diese Formel bringt Manfred Heggemann die Haltung des Herforder Theater-Fördervereins zur aktuellen Situation.

Donnerstag, 25.02.2021, 05:38 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 09:14 Uhr
Vor 60 Jahren wurde das Stadttheater eingeweiht. Der Förderverein fühlt sich dem Gebäude sehr verbunden. Eine Position zum geplanten Neubau haben die Theaterfreunde noch nicht. Foto: Moritz Winde

Bekanntlich soll das Theater abgerissen werden und einem Neubau für Schauspiel und Klassikkonzerte Platz machen. In einer Zoom-Konferenz hat sich der Förderverein hinsichtlich der Thematik ausgetauscht. Eine grundsätzliche Position gebe es bisher nicht, sagt Heggemann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Deutlich geworden sei aber die Verbundenheit mit dem Gebäude, dessen 60. Geburtstag in diesem Jahr ansteht.

Als fragwürdig erachtet ein Teil der Mitglieder die Leichtfertigkeit, mit der von einem Abriss gesprochen werde: „Auch vor dem Hintergrund, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht .“

Gleichzeitig erkennt der Verein den sanierungsbedürftigen Zustand des Theaters. „Hier muss auf jeden Fall investiert werden“, betont Heggemann. Sollte sich die Politik für einen Neubau entscheiden, plädiert der Verein für das Festhalten an der ursprünglichen Zwei-Saal-Planung (getrennte Räu­me für NWD und Theater).

Wichtig ist aus Sicht der Theaterfreunde, dass der Betrieb nach der notwendigen Brandschutz-Ertüchtigung möglichst schnell wieder aufgenommen wird. Auch wenn es sich möglicherweise nur um eine Übergangszeit handle, solle das Theater-Programm das gewohnte Niveau aufweisen. Heggemann: „Bei uns gibt es Befürchtungen, dass die Planung des OWL-Forums dazu führen könnte, dass beim Programm Abstriche gemacht würden.“

Unterdessen skizziert An­dreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH, den weiteren möglichen Verlauf. Bis Ende März soll das Brandschutz-Gutachten samt Maßnahmen und Kosten vorliegen . Dann muss die Politik entscheiden, ob sie der Brandschutz-Ertüchtigung bei einem Gebäude, das abgerissen werden soll, zustimmt. Läuft alles nach Plan, könnte das Theater in der nächsten Spielzeit wieder eröffnen.

Gleichzeitig müssen sich die Politiker mit der weiteren Zukunft des Gebäudes befassen. So geht der Koalitionsvertrag von SPD und CDU von einem Neubau (Theater und NWD) am jetzigen Standort aus. Bis Ende des Jahres will Bürgermeister Tim Kähler eine politische Entscheidung im Rat.

Ein Unsicherheitsfaktor ist der Denkmalschutz. Dieser müsste für das Gebäude aufgehoben werden. Stimmt die Denkmalschutzbehörde zu, muss der Standort geprüft werden. Dann folgt ein Architektenwettbewerb. Stehen Sieger und Entwurf fest, kann mit den Ausschreibungen begonnen werden.

Bisher war für den ursprünglich vorgesehenen Standort am Güterbahnhof ein Konzept mit zwei Sälen vorgesehen. Da die Fläche am Theater kleiner ist, hält Kornacki dies an der Stelle zwar „nicht für ausgeschlossen, aber doch für deutlich herausfordernder“.

Doch egal wohin die Reise geht – angesichts der notwendigen zeitlichen Abfolge geht der Kultur-Geschäftsführer davon aus, dass das alte Theater bis zum Abriss „mindestens noch für zwei Spielzeiten“ zur Verfügung steht – vorausgesetzt, die Brandschutz-Kriterien werden erfüllt.

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