Busse stehen im Depot, der Müll bleibt an der Straße, Pflegedienste stecken fest, Patienten sagen Termine ab
Der Duschtag für Senioren wird verschoben

Herford (WB) -

Der Wintereinbruch stoppt Busse und Müllabfuhr, gefährdet die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in ihren Wohnungen, veranlasst Patienten, OP-Termine im Klinikum zu verschieben.

Montag, 08.02.2021, 15:54 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 15:56 Uhr
Gerade weggeschippt, schon wieder zugeschneit. Räumdienst ist zur Sisyphusarbeit geworden. Und auch der Müll kann vorerst nicht abgeholt werden. Foto: Moritz Winde

Die für den Stadtbusverkehr in Herford zuständige Busverkehr Ostwestfalen-Lippe (BVO) hatte zunächst bis zum Montagmittag einen Transportstopp verfügt. Sämtliche Linienbusse blieben im Depot. Als es weiter schneite, die Straßen noch immer nicht risikolos befahrbar waren, wurde der Fahrstopp bis Dienstagmorgen, fünf Uhr verlängert. Ob die Busse danach wieder rollen, soll am frühen Dienstagmorgen entschieden werden, teilt eine BVO-Sprecherin auf Anfrage mit.

Kliniken

Weil kein Bus und kein Taxi fuhr, schafften es viele Pfleger und Ärzte auch nicht rechtzeitig zum Dienstbeginn ins Klinikum Herford. Sprecherin Monika Bax: „Ihre Kolleginnen und Kollegen auf den Stationen fingen das durch höheren Einsatz wieder auf.“ Vom Klinikum aus sei kein für Montag angesetzter OP-Termin abgesagt worden, wohl aber von Patienten: „Sie sahen keine Möglichkeit, sicher zu uns zu kommen.“

Pflegedienste

In größere Not sind die ambulanten Pflegedienste geraten. Schon am Sonntag hatte Tanja Blankenhagen vom ambulanten Bonitas-Pflegedienst die betroffenen Haushalte angerufen und gefragt, ob ein Einsatz am Montag unbedingt erforderlich sei: „Der Duschtag kann ruhig mal um einen Tag verschoben werden. Doch medizinische Aufgaben wie der Wechsel von Stützstrümpfen oder Wundversorgung dulden keinen Aufschub.“ Also sei die Flotte auch am Montag ausgerückt: „Meist mit zwei Mitarbeitern im Wagen, falls unterwegs was passiert.“ Und es sei jede Menge passiert. Pflegekräfte blieben mit ihren Wagen in Schneeverwehungen stecken, rutschten in Gräben. Carmen Buchholz vom ambulanten Dienst des Johanneswerkes: „In solchen Fällen kamen Herforder Bürger und schoben die Wagen wieder auf die Bahn. Die Hilfsbereitschaft war großartig.“ Das gelte auch für das Verständnis der Angehörigen.

Müllabfuhr

So ratlos wie die Fahrdienstleiter der Busunternehmen standen auch die Tourenplaner der Müllabfuhr in der Servicegesellschaft für Wirtschaft und Kommunen (SWK) vor der Entscheidung, die Wagen ausrücken oder in den Depots zu lassen. Als sich bis zum frühen Nachmittag keine Verbesserung der Straßenverhältnisse abzeichnete, wurde die Abfuhr der grünen Tonnen in neun Bezirken und die der gelben Säcke in zwei Bezirken bis einschließlich Mittwoch, 10. Februar, abgesagt. An diesem Tag wird über die weiteren Termine in der Woche entschieden.

Obdachlose

Obdachlose, die wegen der Kälte Unterkunft suchen, müssen am Heim an der Werrestraße nur einen vierstelligen Code eingeben. Männern steht dort ein Bett zur Verfügung, Frauen an anderer Stelle in der Stadt. Den Code hat unter anderem die Polizei.

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