Verkehrsclub schlägt direkte Streckenlinie zwischen Bahnhof und Klinikum vor – „Taktzeit deutlich reduzieren“
VCD will in Herford schnellere Busverbindung

Herford (WB) -

Mit einer direkten Busverbindung zwischen dem Herforder Bahnhof und dem Klinikum könnte der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Herford deutlich verbessert werden.

Donnerstag, 04.02.2021, 05:35 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 09:46 Uhr
Durch die direkte Verbindung könnte der Bus in zehn bis zwölf Minuten vom Klinikum am Bahnhof sein, sagt der VCD. Foto: WB

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Minden-Lübbecke Herford, sieht im heutigen Streckenverlauf, der über den Alten Markt führt, ein Hemmnis dafür, dass mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen.

Die Stadt Herford hat das Problem erkannt und ist in Gesprächen mit der Busverkehr Ostwestfalen GmbH (BVO), die seit 2011 für den Stadtbusverkehr in Herford zuständig ist. „Die BVO arbeitet eigenwirtschaftlich. Wir dürfen ihr als Stadt aus rechtlichen Gründen keinen Zuschuss geben, um die Busverbindungen zu verbessern. Wir führen aber Gespräche mit der BVO um zu klären, wie die Busverbindung vom Bahnhof zum Klinikum verbessert werden kann“, sagt Beigeordneter Dr. Peter Böhm. Das Thema sei aufgrund der rechtlichen Vorgaben jedoch komplex.

Heidi Hetz vom Vorstand des VCD-Kreisverbandes ist der Überzeugung, dass durch eine direkte Verbindung mit einer kurzen Taktung von zehn bis 15 Minuten die Stadt Herford verkehrspolitisch einen deutlichen Schritt nach vorne machen würde.

Das Klinikum sei mit seinen 2100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie jährlich 76.000 Menschen, die dort ambulant versorgt werden und 33.000 Menschen, die stationär behandelt werden, ein großer Anlaufpunkt in der Stadt.

Derzeit müsste beispielsweise ein Klinikummitarbeiter für die Bus-Strecke Klinikum-Bahnhof 24 Minuten einplanen und vom Bahnhof zum Klinikum 18 Minuten. Eine Reduzierung der Fahrtzeit durch eine Direktverbindung auf zehn bis zwölf Minuten würde viele Menschen dazu bewegen, auf den ÖPNV umzusteigen, ist Hetz überzeugt.

Unterstützung erhält sie von Andreas Nötzel, Personalratsvorsitzender am Klinikum Herford: „Wir haben schon etliche Kolleginnen und Kollegen, die darüber klagen, dass die Busverbindung nicht sehr gut ist. Die nehmen heute im Zweifel eher das Fahrrad, um vom Klinikum zum Bahnhof zu gelangen, weil es eben schneller geht.“

Generell sei der Wunsch nach einer direkteren Verbindung da, bestätigt Nötzel. Der Verkehrsclub wird in seinem Urteil deutlicher: „Die aktuell vorgelegte Planung für den Busbetrieb der Linie S6 in diesem hochfrequentierten Bereich bietet keinerlei Perspektiven, um den dringend notwendigen Umstieg auf den ÖPNV durch Attraktivitätssteigerungen herbeizuführen.“

Um die Bustaktung zwischen Mindener Straße und Innenstadt zu verbessern, soll die Linie S6 auf eine Rückfahrt durch die Siedlung an den Haltestellen Damaschkestraße, Auf der Brede und Auf dem Dudel verzichten.

Diese Verschiebung sei bei gleichzeitiger Beibehaltung des 30-Minuten-Takts für fast alle anderen S6-Fahrgäste mit erheblichen Fahrzeitverlängerungen verbunden, kritisiert Hetz. Dr. Böhm räumt ein, dass es durch die geplante Änderung der Linie S6 Gewinner und Verlierer gebe. Durch die Fahrplanänderung würde es aber zu einer Entzerrung der Busse am Alten Markt kommen.

Heidi Hetz hält dagegen: „Wer im Klinikum in den Bus steigt, muss aufgrund der veränderten Fahrtzeiten am Alten Markt anschließend länger am Bahnhof hocken, weil er nicht mehr – wie gewohnt – seinen Anschlusszug erreicht.“ Berufspendler müssten dadurch mit einer verlängerten Fahrtzeit von 25 bis 30 Minuten rechnen. All dies ließe sich durch eine Direktverbindung zwischen Bahnhof und Klinikum beheben.

Der Verkehrsclub spricht sich dafür aus, dass die Haltestelle Klinikum so früh wie möglich vor den Haupteingang gelegt wird.

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