Gewaltverbrechen in Herford: Verdächtiger offenbar nicht voll schuldfähig
„Der einzige Stich war tödlich“

Herford (WB) -

Zum Gewaltverbrechen in der Herforder Lützowstraße sind weitere Details bekannt geworden: Demnach hatte das Opfer so gut wie keine Überlebenschance. „Der einzige Stich war tödlich“, sagt die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Bosse.

Donnerstag, 04.02.2021, 05:45 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 05:50 Uhr
Blumen und Kerzen erinnern vor dem Haus an das Opfer. Auf einer Karte mit Herz steht: „Wir vermissen dich.“ Foto: Moritz Winde

Denn die Klinge traf die Hauptschlagader im Bauch der 42-Jährigen, sodass sie innerlich verblutete. Der Kampf der Ärzte war vergebens, sie erlag im Klinikum Bethel ihren schweren Verletzungen. Bei dem Tatwerkzeug handelt es sich entweder um ein langes Messer oder eine Machete. Beide Waffen seien in Tatortnähe sichergestellt worden und würden derzeit kriminaltechnisch untersucht.

Passanten hatten die Herforderin am Nachmittag des 24. Januar auf dem Bürgersteig vor ihrer Wohnung gefunden. Die Mordkommission „Lützow“ gehe davon aus, dass die Frau vor dem Mehrfamilienhaus niedergestochen worden sei, sagt Claudia Bosse.

Der 36-jährige Lebensgefährte der 42-Jährigen gelte nach wie vor als Hauptverdächtiger. Er sitzt wegen Totschlag-Verdachts in Untersuchungshaft , noch allerdings im Justizkrankenhaus Fröndenberg.

Wollte er tatsächlich seine langjährige Partnerin umbringen? Zumindest scheint er den Tod – falls sich die Vorwürfe gegen ihn erhärten sollten – in Kauf genommen zu haben.

Allerdings: Die Aorta im Bauch eines gesunden Menschen hat lediglich einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern. Das heißt: Es war wahrscheinlich ein tragischer Umstand, dass der 36-Jährige ausgerechnet die wichtige Hauptschlagader traf.

Zumal der Beschuldigte nach Angaben der Staatsanwältin zum Tatzeitpunkt unter massivem Einfluss von Alkohol stand. Es soll ein Promillewert von 1,8 festgestellt worden sein. Der Mann schweigt nach wie vor zu den Vorwürfen.

Der 42-Jährige soll nun psychologisch untersucht werden. Entscheidend ist die Frage, ob er wusste, was er tat. „Ich gehe jedoch davon aus, dass zumindest eine verminderte Schuldfähigkeit besteht“, sagt Claudia Bosse. Neben seiner Alkoholabhängigkeit könne zudem eine psychische Störung vorliegen.

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