Die Zukunft der Hochschule für Kirchenmusik – Landeskirchenrat: „Geld ist ein wichtiges Argument.“
Hoffnung ruht auf Kirchenkreis

Herford (WB) -

Es sei noch nichts entschieden. Aber die Tendenz gehe in eine Richtung. Auf diese Formel bringt Professor Ulrich Hirtzbruch, Prorektor der Herforder Hochschule für Kirchenmusik, die aktuelle Situation. Es geht um die Fusion des klassischen Bereichs (Herford) mit der Popakademie Witten an einem Standort.

Dienstag, 02.02.2021, 05:40 Uhr
Hochschulstandort Parkstraße: Prorektor Ulrich Hirtzbruch hält auch hier eine bauliche Erweiterung für möglich. Foto: Moritz Winde

 

Es gebe einen Prüfauftrag der Landeskirche für eine Zusammenlegung auf dem Campus der evangelischen Fachhochschule in Bochum. Über die Entwicklung, die das Ende des Standortes Herford bedeuten könnte, informierte Superintendent Dr. Olaf Reinmuth während der jüngsten Kreissynode (das HK berichtete).

Nicht nur für die Geistlichen, sondern auch für Bürgermeister Tim Kähler war dieser Sachverhalt neu: „Ich bin überrascht, dass ich davon aus der Zeitung erfahren habe – und nicht direkt vom Landeskirchenrat Herrn von Bülow.“

Kähler verweist auf das Engagement der Stadt für die Hochschule . So sei ein Umzug auf den Bildungscampus angeboten worden, auch habe die Stadt bei einem Förderantrag für die Regionale geholfen. Doch habe der Antrag keinen Erfolg gehabt.

Für Kähler ist klar, dass die Stadt nicht zur Finanzierung der Hochschule beitragen kann. Aber er kündigt an, mit der Landeskirche sprechen zu wollen. Und die Räumlichkeiten auf dem Bildungscampus ständen weiterhin zur Verfügung.

Dass noch nichts entschieden sei – dies bekräftigt Dr. Vicco von Bülow. Er wird der Kirchenleitung die Haltung der Kreissynode, das Ganze noch mal zu überdenken, übermitteln und sagt: „Egal, in welche Richtung die Entscheidung fällt – wir müssen Geld investieren. Wenn der Kirchenkreis Herford Geld gibt, ist das sicher ein wichtiges Argument – natürlich nicht das Einzige, denn es zählen auch inhaltliche Gesichtspunkte.“

Bekanntlich verfügt der Kirchenkreis über hohe Rücklagen. Superintendent Reinmuth sieht hier einen „kleinen Lichtblick“. Vom Vermögen her könne der Kirchenkreis die Hochschule mit einer Summe unterstützen – in welcher Form auch immer. Die Überlegungen seien in der Anfangsphase, aber der Superintendent geht davon aus, dass man spätestens bei der Kreissynode Ende Juni einen Vorschlag unterbreitet.

Unterdessen verweist Ulrich Hirtzbruch auf die ursprünglichen Bemühungen, den Bereich der Popularmusik in Herford aufzubauen. Nachdem kein geeigneter Ort gefunden worden sei, sei Witten ins Spiel gekommen. Dort ging 2016 die Evangelische Popakademie an den Start. Schnell stellte sich heraus, dass eine Hochschul-Aufteilung auf zwei Standorte sehr aufwendig ist. Im Herbst 2018 kam es zu einer gemeinsamen Tagung aller Dozenten – mit dem Ergebnis, dass sich die Beteiligten für einen gemeinsamen Standort aussprachen.

Als dann die von der Stadt angeschobenen Bildungscampus-Überlegungen mangels Förderung ins Leere liefen, entstand die jetzige Situation. Den Prüfauftrag in Richtung Bochum hält Prorektor Hirtzbruch immerhin für eine Tendenz. Dennoch glaubt er noch an eine Chance für Herford. Als Zielgabe nennt er für beide Bereiche zusammen eine Zahl von 80 Studierenden: „Die notwendige bauliche Erweiterung hierfür könnte auch an der Parkstraße erfolgen. Das Gelände ist groß genug.“

Auch der Kirchenkreis sollte ein Interesse daran haben, meint er. Denn die Studierenden sind als Kirchenmusiker in den Gemeinden aktiv. Wichtig für Hirtzbruch ist, dass eine Fusion nur auf Augenhöhe funktioniere. Der Popularbereich dürfe nicht als zusätzliches Angebot, sondern müsse als ebenbürtig betrachtet werden.

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