Kassenärztliche Vereinigung erkennt Bonitas-Häuser nicht als reguläre Pflegeheime an – aber nur in Herford
Das kleine Heim muss leider warten

Herford (WB) -

Mit Verwunderung liest Uwe Lückner derzeit täglich die Mitteilung des Kreises im HERFORDER KREISBLATT, wonach die Bewohner aller Altenheime im Kreis Herford bereits die erste Corona-Impfung erhalten haben sollen. „Meine Mutter ist Bewohnerin des kleinen Heimes von Bonitas an der Vlothoer Straße. Sie hat noch keine Impfung erhalten“, teilt Lückner mit.

Mittwoch, 27.01.2021, 05:06 Uhr aktualisiert: 27.01.2021, 05:10 Uhr
Nur in Herford gelten die kleinen Bonitas-Heime für die KVWL nicht als Altenheime im üblichen Sinn. Foto: Stephan Rechlin

Damit hat er recht. „Die kleinen Heime von Bonitas in Herford werden von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe nicht als Altenheime gesehen,“ erläutert Doris Scheffer, Leiterin des Qualitäts-Managements bei Bonitas. Für die Vereinigung seien es nur „Wohngemeinschaften“, die erst an die Reihe kommen, wenn in den anderen Altenheimen durchgeimpft worden sei. Übrigens: Diese Regelung wende die KVWL nur in Herford an. In allen übrigen Kommunen und Kreisen würden die kleinen Bonitas-Heime so wie alle Altenheime behandelt: „Wahrscheinlich weil darin ebenfalls genauso infektionsgefährdete Bewohner und Mitarbeiter leben und arbeiten wie in anderen Heimen auch,“ vermutet Scheffer.

Allerdings sei die Zurückstufung von Bonitas-Heimen in Herford kein Grund für einen nachhaltigeren Protest. Scheffer: „Die er-sten provisorischen Impftermine stehen bereits fest. Wir werden also nicht vergessen.“

Über den Rand der Verzweiflung hat auch noch am Dienstag HK-Leserin Helga Wulfmeier geblickt. Nach Dutzenden von Fehlversuchen, einen Impftermin für ihren Mann zu vereinbaren, sei sie kurz davor gewesen, sich selbst in eine psychiatrische Klinik einzuweisen: „Man glaubt am Ende ja, dass man selber schuld ist, wenn es wieder und wieder nicht funktioniert.“

Sie habe sich sehr über die Bemerkung von Ministerpräsident Laschet geärgert, wonach es am ersten Tag mit der Anmeldung nur ein wenig geruckelt habe. Wulfmeier: „Das war kein Ruckeln. Da hat gar nichts funktioniert.“ Um nicht erneut zu verzweifeln, nehme sie heute die Hilfe von Karin Alex vom Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Demenz des Kreises Herford in Anspruch, über die sie im HK gelesen habe.

Karin Alex ist über die Telefonnummer 0 52 21/6 67 79 erreichbar. Sie ist für Hilfesuchende in Herford und Kirchlengern zuständig.

Das Kontaktbüro bietet diese Unterstützung aber auch in weiteren Kommunen an. In Enger/Spenge/Hiddenhausen ist Traugott Pfaff unter Tel.: 0 52 24 / 99 43 90 erreichbar. In Bünde/Rödinghausen/Löhne/Vlotho steht Günter Niermann unter Tel.: 0 52 24 / 9 94 12 16 zur Verfügung.

Das Kontaktbüro ist ein Modellprojekt des Landes NRW und der Pflegekassen. Es bietet älteren Menschen beim Ausfüllen der Unterlagen und Terminvergabe ehrenamtliche Hilfe vor Ort an.

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