Tatort Lützowstraße in Herford: 42-Jährige erliegt Verletzungen nach „scharfer Gewalt“ – Lebensgefährte (36) in U-Haft
Frau offenbar mit Machete getötet

Herford (WB) -

Die Ärzte im Klinikum Bethel versuchten alles: Doch die 42-Jährige war nicht mehr zu retten. Zu schwer waren ihre Verletzungen. Sie starb im Krankenhaus. Ihr Lebensgefährte sitzt in U-Haft in der Bielefelder JVA. Die Mordkommission stellte eine Machete sicher, es soll sich um das Tatwerkzeug handeln.

Sonntag, 24.01.2021, 18:08 Uhr aktualisiert: 24.01.2021, 20:11 Uhr
Vor dem Haus, in dem sich mutmaßlich der tödliche Angriff ereignete, erinnern Blumen und Kerzen an die gestorbene Frau. Foto: Moritz Winde

Was ist am Freitag in der Lützowstraße, dem ehemaligen Post-Viertel unweit von Werre und H2O passiert? Gegen 14 Uhr machten Passanten eine schreckliche Entdeckung. Die 42-Jährige lag blutend auf dem Gehweg vor ihrem Zuhause. Zuvor soll Eugen F. seine langjährige Partnerin in der gemeinsamen Wohnung mit einer Machete angegriffen und sie im Unterleib lebensgefährlich verletzt haben.

Nach Aussagen von Nachbarn schaffte es die Frau noch nach draußen zu fliehen, wo sie auf dem Bürgersteig zusammenbrach. Von dort soll der 36-Jährige – er trug offenbar lediglich eine Unterhose – seine Lebensgefährtin gepackt und ins Treppenhaus gezogen haben. Als die ersten Streifenwagen vorfuhren, soll er sie fallen gelassen und in die Wohnung geflohen sein.

Der dringend Tatverdächtige – Eugen F. soll polizeibekannt, aber nicht vorbestraft sein – ließ sich dem Vernehmen nach widerstandslos abführen. Der arbeitslose Russe soll alkohol- und drogenabhängig sein. Am Freitagnachmittag soll er einen Atem-Promillewert von 1,8 gehabt haben.

Der Tatort befindet sich in der Lützowstraße. Direkt an der Werre gelegen befindet sich das ehemalige Post-Viertel.

Der Tatort befindet sich in der Lützowstraße. Direkt an der Werre gelegen befindet sich das ehemalige Post-Viertel. Foto: Moritz Winde

Aufgrund der Art der Verletzungen musste die Polizei von einem Tötungsdelikt ausgehen und gründete die MK (Mordkommission) „Lützow“, die sich aus Bielefelder und Herforder Beamten zusammensetzt. Die Leitung übernahm der Erste Kriminalhauptkommissar Bernd Kauschke.

Die Spurensicherung war bis zum späten Abend vor Ort. Ermittler in weißen Overalls durchkämmten Haus, Garten und Wohnung. Polizeihunde erschnüffelten die Gegend.

Hat der 36-Jährige seine Lebensgefährtin auf dem Gewissen, mit der er samt Hund und Katze in der Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses lebte? Oder spielt ein anderer Mann bei diesem Verbrechen eine Rolle, der kurz zuvor von Anwohnern gesehen wurde? Für die Strafverfolgungsbehörden ist Eugen F. der Hauptverdächtige.

„Die Obduktion des Leichnams am Samstag ergab, dass die Frau in Folge des Einsatzes von scharfer Gewalt verstorben ist“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. In der Forensik werden unter scharfer Gewalteinwirkung Stich- und Schnittverletzungen zusammengefasst.

Eugen F. wurde dem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags erließ. Der 36-Jährige selbst soll sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Was sind die Hintergründe für diese Bluttat? Das Motiv sei noch völlig unklar, sagt Polizeisprecherin Hella Christoph.

Eine Spaziergängerin will am Freitagmittag kurz vor der Tragödie einen lauten Streit von der Straße aus gehört haben. „Ich habe wegen der Fremdsprache zwar nichts verstanden, aber eine Frau und ein Mann schrien sich durch das geöffnete Fenster heftig an.“

In der Vergangenheit soll es immer wieder zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen dem Paar gekommen sein. Das berichtet Anka Saric. Die 79-Jährige wohnt oben drüber. „Ich habe öfter Hilfeschreie und lautes Gebrüll aus der Wohnung gehört. Ich glaube, er hat sie geschlagen. Die Polizei war häufig hier. Traurig, dass erst so etwas Schlimmes passieren musste. Die arme Frau. Es ist ein Jammer!“

Nachbarin Anka Saric (79) sagt, das Paar habe sich häufig laut gestritten. „Ganz schlimm, was jetzt passiert ist.“

Nachbarin Anka Saric (79) sagt, das Paar habe sich häufig laut gestritten. „Ganz schlimm, was jetzt passiert ist.“ Foto: Moritz Winde

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